lichtsicht 7

lichtsicht 7

Ein Gradierwerk ist eine Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln, vorzugsweise Schwarzdorn, verfüllt ist.

Über dieses Gerüst wird Sole geleitet, wobei das Wasser auf natürliche Weise verdunstet. Außerdem lagern sich Verunreinigungen der Sole an den Dornen ab, dadurch wird die Qualität des erzeugten Salzes erhöht. Dabei diente das Gradierwerk als reine Verdunstungsanlage. An den Schwarzdornwänden rieselt die 5 %-ige Quellsole in drei Kreisläufen ab und so verdichtet sich die Sole auf bis zu 25 % Salzgehalt. Die Geschichte der Salzgewinnung in Bad Rothenfelde nahe Osnabrück in Niedersachsen geht bis in das 18. Jahrhundert zurück.

Die Nordseite der Wand des neuen Gradierwerkes Bad Rothenfeldes misst rund 412 m x 10 m und bildet damit eine über 4.000 m² große Rieselfläche. Etwa 3.000 m² dieser Mauer dient als Projektionsleinwand für den Outdoor-Event lichtsicht 7, der am 30. Oktober 2020 eröffnet wurde. Diese Performance, ab 2007 zunächst als Biennale und seit 2017 als Triennale praktiziert, ist seitdem zu einem fixen Termin des Luftkurortes geworden. Dabei werden in genau definierter Abfolge auf 250 Meter Länge und 10 Meter Höhe die Kunstwerke von insgesamt zwölf internationaler Künstlerinnen und Künstler gezeigt.

Christian Meyer, Geschäftsführer von OUTDOORBEAMER.COM und technischer Leiter des lichtsicht Projektionsevents seit 2009, erklärt: „Ich begleite die Show seit 2007, der ersten lichtsicht. Damals noch als technischer Betreuer der Künstler, übernahm ich 2009 die Gesamtleitung Technik der Veranstaltung.“ Meyer weiß daher aus erster Hand, dass diese ungewöhnliche und überregional beachtete Inszenierung internationaler Künstler eine Reihe besonderer Herausforderungen an die Veranstalter stellt. „Zunächst einmal findet dieser Event während der Wintermonate bis in den Frühling des jeweils nächsten Jahres statt. Das bedeutet, dass die Geräte in ihren Schutzgehäusen inklusive Auf- und Abbau bis zu sechs Monate bei Wind und Wetter im Freien stehen.“

Das Unternehmen OUTDOORBEAMER.COM, ein langjähriger Partner von Epson in Sachen Projektion, baut für diesen Zweck spezielle wetterfeste Gehäuse, in denen die Projektoren auch bei äußerst harschen Umweltbedingungen funktionieren. Eine je nach klimatischen Bedingungen laufende Heizung beziehungsweise Kühlvorrichtung in den Schutzgehäusen erlaubt es dabei, die Geräte stets innerhalb der vorgeschriebenen Spezifikationen zu betreiben.

„Wir bauen unsere Gehäuse aus einem stabilen Alurahmen mit Sandwich-Elementen an den Seiten. Natürlich sind sie wasserfest und besitzen eine Klimaanlage, ebenfalls, um zum Beispiel Kondenswasser zu vermeiden.“ Auch aus diesem Grund sind die geringen Abmessungen der Epson Projektoren von Vorteil, denn dank ihres bescheidenen Platzbedarfs können die wetterfesten Gehäuse von OUTDOORBEAMER.COM sehr klein und gut handhabbar gehalten werden.

Ein weiteres Argument für die Epson Geräte ist ihre 3LCD-Technologie, die neben einer gleich hohen Weiß- und Farbhelligkeit zudem einen großen Farbraum abbildet. Meyer dazu: „Wir haben es hier mit einer braunen Projektionsfläche zu tun, die zudem sehr uneben ist. Mit gewöhnlichen Projektoren ist es äußerst schwierig, eine farbliche Anmutung der Kunstwerke zu erreichen, die vom Künstler beabsichtigt war. Der große Farbraum der Epson Projektoren erleichtert uns diese Aufgabe spürbar, denn wir können die Abbildung farbtechnisch so verändern, dass unter Berücksichtigung der Wandfarbe die gewünschte Tönung entsteht.

Auch die ungewöhnliche Abmessung der Darstellung verlangt nach einer hoch entwickelten Projektionstechnologie. Die 28.800 x 1.440 Pixel messende Projektion mit einem Seitenverhältnis von 1:20 ist von einem Standort aus nicht erfassbar. „Die Menschen stehen etwa 20 Meter vor der Wand beziehungsweise Projektion und müssen ihre Köpfe drehen, um sie vollständig zu sehen. Wir haben 1-Chip-DLP Projektoren getestet aber sobald man bei ihnen den Blickwinkel änderte, war sofort der Regenbogeneffekt sichtbar, sodass die Betrachter die Kunstwerke nicht genießen konnten und manche sich sogar abwandten“, erklärt Meyer. Die Epson 3LCD-Technologie sorgt nicht nur für ein angenehm ruhiges Bild mit kräftigen, natürlichen Farben, sondern vermeidet auch völlig diesen Effekt, sodass alle Betrachter die Kunstwerke so sehen, wie der Künstler es vorgesehen hat.

Die insgesamt 35 Projektoren des Typs EB-L1490U stehen bei der lichtsicht 7 auf bis zu 6 Meter hohen Stützen. Das macht die Handhabung, gegebenenfalls Reparatur und Austausch der Systeme besonders schwierig. Meyer erklärt: „Sollte ein Projektor einmal ausfallen, haben wir tatsächlich ein Problem, denn natürlich möchten wir einerseits die Darstellung der Kunstwerke nicht stören, müssen aber andererseits auch aktiv werden. Falls also ein Projektor am Anfang oder Ende der Kette ausfällt, belassen wir es für diesen Tag dabei. Ansonsten fahren wir sofort raus und tauschen das defekte Gerät aus. Glücklicherweise setzt Epson bei seinen Installationsprojektoren mittlerweile nur noch auf Lasertechnologie, denn die mit traditionellen Lampen ausgerüsteten Geräte sind bei Weitem nicht so zuverlässig.“ Außerdem ist der Aufbau schwieriger, da ältere Lampenprojektoren eine gewisse Aufwärmzeit benötigen und Testläufe, die mitunter nur wenige Minuten dauern, zu einem Geduldsspiel werden lassen.

Die ganze Projektionsanlage der lichtsicht 7 wird von einem Punkt aus von einem Mediaserver bedient, der die Abfolge der Werke, ihre Geometrie, Größe und Farben steuert sowie sicherstellt, dass alle Beamer synchron laufen. Die Software des Servers wurde dabei von OUTDOORBEAMER.COM selbst entwickelt. „Wir sind froh, mit Epson einen Lieferanten für solche zuverlässigen und leistungsstarken Projektoren gefunden zu haben“, schließt Meyer, „denn nur auf diese Weise können wir die Kompetenzen unseres eigenen Unternehmens und der Künstler zu einem für die Besucher unvergesslichen Erlebnis kombinieren."