Auf den Textildirektdruck gekommen

Rebel Schrift+Dekor setzt auf Epson DTG-Maschine

Auf den Textildirektdruck gekommen

Fachartikel in der SIP, Ausgabe September 2014
Autor: WNP-Redakteur Balthasar Mayer

Mit dem Textildirektdrucker SC-F2000 von Epson baut sich Rebel Schrift+Dekor aus München langsam, aber sicher einen zusätzlichen Posten im Leistungsspektrum auf.

Im Gegensatz zu den großen Mimaki-Druckern im anderen Produktionsraum wirkt er etwas klein, doch die Ergebnisse überzeugen: Seit wenigen Monaten ist ein SC-F2000 von Epson Teil des Maschinenparks von Rebel Schrift+Dekor. „Zwei wichtige Faktoren kamen zusammen“, erläutert Geschäftsführer Hans Rebel die Gründe für die Anschaffung. „Zum einen war die nötige Grundauslastung gegeben.“ Und zwar dank K9-Profishop, einem Onlineshop für Suchhundezubehör, den er nebenher für ein Suchhundezentrum aufbaute. Im Shop werden auch Kleidungsstücke mit verschiedenen Motiven verkauft. Für die Bestellungen, die nicht in großen Zahlen, aber regelmäßig über den Shop eingehen, ist das Direct-to-Garment-Verfahren die erste Wahl.
„Als zweiter Faktor hat das Preis-Leistungs-Verhältnis des SF-F2000 einen vernünftigen Eindruck gemacht“, beschreibt Hans Rebel weiter. Im Rahmen einer Vorführung überzeugte der SC-F2000 schließlich den Unternehmensgründer.
Textilveredelungen mit Flex und Flock befinden sich schon lange im Portfolio. Bis vor rund 15 Jahren bot der Schilder- und Lichtreklamehersteller-Meister auch Siebdruck an; seitdem kauft die Firma bei Bedarf Plastisol-Transfers zu. In Sachen Farbbrillanz und Haltbarkeit sei der Siebdruck schwer zu schlagen. Doch mittlerweile erziele das DTG-Verfahren in beiden Punkten ebenfalls gute Resultate. Und in speziellen Fällen habe das Digitaldruckverfahren die Nase vorn. „Mit dem Textildirektdrucker kann ich feinste Schattierungen realisieren, wie sie zum Beispiel typisch für Hardrock-Shirts sind.“ Ein weiterer wichtiger Punkt für den Werbetechniker ist die Betreuung seiner Drucker. Bei den Mimaki-Maschinen zum Beispiel schätzt er den „exzellenten Service“ seines Fachhändlers. Der SC-F2000 wurde aufgrund des aus seiner Sicht eingeschränkten Epson-Händlernetzes nicht über diesen, sondern über gcc Graphic Competence Center erworben und wird auch von dort betreut. Bisher aber war noch kein Service-Einsatz notwendig.

Mit Designsoftware und Lackierpistole

Seit Anfang des Jahres besitzt Hans Rebel den SC-F2000, im Moment kümmert sich hauptsächlich seine Tochter Sina Rebel um die DTG-Aufträge. Für beide hat sich das Vorbehandeln der farbigen Shirts von Hand am besten bewährt. „Für einen gleichmäßigen Auftrag sollte man aber auf jeden Fall eine Lackierpistole verwenden“, ergänzt die angehende Grafikdesign-Studentin. Die Vorbehandlungsflüssigkeit ist auf den dunklen Textilien nach dem Druck noch als weiße Schlieren zu sehen, verschwindet aber komplett nach dem ersten Waschen.
Per Mausklick platziert Sina Rebel am PC das Motiv auf der Shirt-Fläche. Hierfür nutzt sie den von Epson mitgelieferten Garment Creator. Ein zusätzliches RIP-Programm kommt nicht zum Einsatz. „Mit einer vernünftigen Druckvorstufe im Haus, die die Druckdaten aufbereitet, reicht der Garment Creator völlig aus“, sagt Hans Rebel. Ein weiterer Vorteil des Programms sei, dass es sich ohne Zusatzkosten an mehreren Arbeitsplätzen installieren lasse. Somit könne zum Beispiel die Druckvorstufe Layouts testen und vorbereiten, ohne an den Produktions-PC zu müssen.
Zum Pressen der Shirts stehen zwei Siser TS One-Transferpressen zur Verfügung. Eine davon hatte die Firma bereits bei sich stehen, die zweite kam mit dem Drucker. Insgesamt wird das Textil dreimal gepresst: vor der Vorbehandlung, vor dem Druck und nach dem Druck. Das bedruckte Shirt presst Rebel üblicherweise mit 160 bis 170 Grad Celsius für dreißig Sekunden. Die Waschbeständigkeit gibt der Druckdienstleister mit rund 15 bis 20 Wäschen an. Danach verlieren die Farben an Brillanz. Allerdings müsse sich hierfür der Kunde an die Waschempfehlungen halten: 30 Grad Celsius, auf links drehen und vor allem keinen Weichspüler.

Abgestimmt ist besser als schnell

Geht es um die Produktivität, ist es für Hans Rebel eine Selbstverständlichkeit, den Gesamtprozess zu betrachten. „Bedenken Sie, dass der Druck nur ein Teil des Workflows ist: Pressen, Vorbehandeln, Pressen, Drucken und wieder Pressen.“ Auf diese Weise komme man maximal auf rund 30 Shirts pro Stunde. Doch höhere Geschwindigkeiten wären in diesem Fall für Hans Rebel gar nicht von Vorteil. Auf diese Weise lassen sich die einzelnen Arbeitsschritte besser koordinieren und laufen hintereinander ab, ohne mehr als eine Person am Drucker stehen zu haben. Aus demselben Grund empfindet er es eher als Vorteil, dass die Textilvorbehandlung beim SC-F2000 nicht in den Drucker integriert ist. Somit kann der Workflow aufgeteilt werden: An zwei Tagen in der Woche bereitet das Team die Textilien vor, die anderen Tage wird nach Bedarf gedruckt. „Unserer Erfahrung nach sollte ein DTG-Gerät wie jeder Digitaldrucker mindestens zweimal in der Woche laufen“, erklärt der Unternehmer. Über das Display gibt der Drucker an, welche regelmäßigen Wartungs- und Reinigungsarbeiten anstehen; darunter fällt zum Beispiel das Schütteln der weißen Kartuschen vor Inbetriebnahme. Auch andere Features schätzt er. Kurz vor dem Druck überprüft das Gerät zum Beispiel, ob das Textil plan aufliegt, um einen Head-Crash zu vermeiden.

Wenn erst die Werbung kommt

Im Moment druckt Rebel Schrift+ Dekor circa 50 bis 80 Shirts pro Woche. Da die Auftragsbücher voll sind, hat das Unternehmen aufgrund von Zeitmangel den DTG-Druck noch nicht in großem Stil beworben. Zurzeit generiert der K9-Shop circa 80 Prozent der Aufträge, doch mehr und mehr Bestandskunden nehmen das Zusatzangebot in Anspruch. „Sie holen eine andere Bestellung ab, sehen ein Mustershirt und sind begeistert“, beschreibt Hans Rebel. Wird seine Firma den Textildirektdruck erst einmal promoten und offiziell in sein Portfolio aufnehmen, erwartet der Unternehmer eine deutliche Steigerung der Nachfrage. In diesem Fall könnte sein SC-F2000 bald Gesellschaft von einer Zweitmaschine bekommen.

Balthasar Mayer
mayer@wnp.de

www.rebel-gmbh.de
www.gcc-deutschland.de