Zahnersatz aus dem Computer: Moverio-Brille von Epson macht’s möglich

Epson Moverio BT-200 im Einsatz. Zahnarzt nutzt die Brille als Head-up-Display. Anwendung verkürtzt die Behandlungszeit zugunsten des Patienten.

Zahnersatz aus dem Computer: Moverio-Brille von Epson macht’s möglich

Moverio-Brille von Epson im zahnmedizinischen Einsatz

Haben Sie heute bereits Zähne geputzt? Laut aktueller „Mundgesundheitsstudie“ ist die Zahngesundheit der Deutschen erneut gestiegen. Vor allem Erwachsene und Senioren behalten ihre eigenen Zähne immer länger und verbessern so ihre Lebensqualität. Trotzdem gehört der Gang zum Zahnarzt auch heute noch nicht zu den beliebtesten Pflichten von Kindern, Erwachsenen und Senioren, und wer will, kann sich mit historischen Geschichten trösten, in denen die „Zahnreißer“ ihrem Geschäft nicht in modernen Praxisräumen mit farblich aufeinander abgestimmten Möbeln und Dekoelementen nachgingen, sondern unter den Augen der Allgemeinheit – öffentlich, auf dem Wochenmarkt. Wie moderne Technologien wie Smart Glasses helfen, die Zahnmedizin weiter zu revolutionieren, zeigen die folgenden Ausführungen.

Unter einer Abformung versteht man in der Zahnmedizin und Defektprothetik einen Arbeitsschritt, bei dem durch Abformen oder Abguss eine Negativform beispielsweise eines Zahnes hergestellt wird, die dann ihrerseits durch Ausgießen mit einem geeigneten Material zu einer Positivform des ursprünglichen Teils führt. Auf Basis derartiger Formen werden dann Defektprothesen oder Zahnersatz wie beispielsweise Kronen angefertigt. Moderne digitale CAD/CAM-Verfahren verzichten auf die physische Abformung mittels plastischer Materialien des zu behandelnden Zahnes und setzen stattdessen auf eine kameragestützte optische Erfassung samt nachgeschaltetem CAD-System. Das so geschaffene virtuelle Abbild wird dann als Grundlage für die nachfolgende Behandlung genutzt. Mithilfe solcher Modelle lässt sich auch Zahnersatz planen und fertigen.

Kürzere Behandlungszeiten und bessere Hand-Augen-Koordination

Das Unternehmen CEREC ist mit seinem Produkt CEREC-Omnicam ein führender Anbieter im Bereich der optischen Abformung. Diese Anlage erleichtert dem Arzt dank einer leichten, kompakten HD-Kamera eine präzise Aufnahme der aktuellen Zahnsituation, die in Echtzeit auf einem externen Monitor abgebildet wird. Zusätzlich werden bei CEREC-Omnicam die verschiedenen Oberflächen in ihrer natürlichen Farbe angezeigt. Das erleichtert die Unterscheidung zwischen Amalgam, Gold oder anderen Kompositmaterialien. Ein Nachteil der originären Ausführung der Anlage liegt im externen Monitor, dessen abseitige Aufstellung den Arzt zwingt, bei der Behandlung regelmäßig zur Seite zu schauen. Dies verschlechtert die Hand-Augen-Koordination und belastet den Patienten zusätzlich.

Das Unternehmen IDENT fungiert als zahnärztliche Fortbildungs- und Beratungs-GbR und eliminiert mit seiner Lösung EyeCAD-Connect den Nachteil der CEREC-Anwendung. EyeCAD-Connect setzt auf die Epson Augmented-Reality-Brille Moverio BT-200 als Wiedergabemedium der von der Kamera aufgenommenen Bilder. Dank des Einsatzes der BT-200 als Head-up-Display schaut der behandelnde Arzt stets auf den Patienten und sieht so das von der Kamera aufgenommene Bild als Überlagerung zur Normalsicht. Dies ermöglicht aufgrund einer besseren Hand-Augen-Koordination eine genauere Führung der Kamera und verkürzt die Behandlungszeit zugunsten des Patienten.

Komfort des Arztes zum Wohl des Patienten

„Für den behandelnden Arzt ist neben einer guten Grafikabbildung auch der Tragekomfort sehr wichtig“, erläutert Dr. Sven Holtorf, Zahnarzt und CEREC-Trainer bei IDENT die Eigenschaften der neuen Lösung. „Besonders wichtig bei diesem Head-up-Display ist die Möglichkeit, stereoskopische Bilder zu sehen. Hinzukommen transparente Gläser, so dass der Arzt neben dem projizierten Kamerabild auch noch eine reale Sicht behält. Dies erleichtert das Erfassen der Mundsituation und ermöglicht eine präzisere Führung der Kamera.“

Die Epson Moverio BT-200 bietet ein qHD-Auflösung sowie einen Dioptrienausgleich durch einsteckbare Linsen und lässt sich damit auch an verschiedene Augencharakteristiken anpassen. „Die Geschwindigkeit der Datenübertragung und die Auflösung sind gut. Trotzdem wünschen wir uns für die nächste Ausführung eine noch höhere Auflösung. So würde die Notwendigkeit vermindert werden, bei größeren Bildausschnitten gegebenenfalls Bildpunkte interpolieren zu müssen. Was die nächste Epson BT-Augmented-Reality-Brille auch noch haben sollte, ist die Möglichkeit, den Augenabstand zum Beispiel durch eine kleine Rändelschraube verändern zu können. Wir vertreiben unsere Lösung in zahlreichen europäischen und außereuropäischen Ländern und in einigen Regionen unterscheiden sich die Augenmerkmale der Menschen doch spürbar. Aber wir möchten natürlich, dass alle Patienten auf dem Zahnarztstuhl die bestmögliche Behandlung erfahren.“