Welcher Beamer ist der Richtige? Teil 2

Im zweiten Teil der Reihe wirft Epson einen Blick auf die verschiedenen Basistechnologien. Denn schon sie geben einen ersten Hinweis auf die Stärken (und Schwächen) eines Projektors im Unternehmenseinsatz.

Welcher Beamer ist der Richtige? Teil 2

Spiegeln oder durchleuchten?

Im zweiten Teil unserer Reihe „Welcher Beamer ist der richtige für mich“ soll es um Grundsätzliches gehen: Wir werfen einen Blick auf die verschiedenen Basistechnologien, auf die alle modernen Projektoren aufbauen. Denn schon sie geben einen ersten Hinweis auf die Stärken (und Schwächen) eines Projektors im Unternehmenseinsatz.

Die Geschichte der Videoprojektion hat ihren Ursprung in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Bereits 1936 kam bei den Olympischen Spielen in Berlin eine Projektionstechnologie zum Einsatz, die Eidophor genannt wurde. Hierbei wurde ein Ölfilm auf einen Hohlspiegel aufgebracht und mit Elektronen beschossen. Dort wo sie auftrafen veränderten sie den Ölfilm kurzzeitig, wodurch sich seine Brechungseigenschaften für Licht veränderten. Mit einigem Aufwand und einer starken Lichtquelle ließen sich so Bilder an eine Leinwand projizieren. Diese Technik blieb bis in die späten 1980er-Jahre aktuell und wurde dann durch die Technik der Röhrenprojektoren abgelöst. Sie arbeiten mit Kathodenstrahlröhren, wie sie früher in Fernsehgeräten Verwendung fanden. Der Unterschied: Es kamen gleich drei Röhren in den Grundfarben Blau, Grün, Rot zum Einsatz, um ein farbiges Bild darzustellen.

Beide Technologien spielen heute nur noch eine untergeordnete Rolle oder werden ausschließlich für Spezialanwendungen genutzt. Röhrenprojektoren sind noch vereinzelt zu finden, ihre Einrichtung ist allerdings kompliziert und kostspielig, da sie erst exakt justiert werden müssen, um ein gutes Bild an die Leinwand zu werfen.

Auf dem heutigen Projektorenmarkt haben sich letztlich drei Technologien durchgesetzt:

  • 1-Chip-DLP®-Systeme
  • 3-Chip-LCOS-Systeme
  • 3LCD-Technologie

1-Chip-DLP-Technologie

DLP® (Digital Light Processing) ist eine technische Entwicklung aus dem Jahr 1987. Im Mittelpunkt eines DLP®-Systems steht ein spezieller Microchip, auf dem mikroskopisch kleine Spiegel aufgebracht sind, die beim Anlegen einer Spannung in eine Richtung kippen. Fällt Licht auf einen solchen Spiegel, reflektiert er es entweder durch ein Linsensystem auf die Leinwand oder auf ein „Absorber“ genanntes Bauteil im Inneren des Projektors, der das Licht „einfängt“. Durch das Kippen der Spiegel lässt sich so ein Bildpunkt hell oder dunkel schalten. Da der DMD (Digital Micromirror Device) genannte Chip das weiße Licht der Projektionslampe direkt reflektiert, kommt zur Erzeugung farbiger Bildpunkte ein weiteres Bauteil zum Einsatz, ein transparentes Rad aus farbigen Segmenten, das sich vor der Projektionslampe dreht. Je nach Farbsegment reflektieren die Spiegel das Licht in den Grundfarben Rot, Grün oder Blau. In manchen Projektoren kommen zusätzliche Segmente zum Einsatz wie Cyan, Magenta, Gelb und Weiß. Aufgrund der Drehgeschwindigkeit des Farbrades und der Trägheit des menschlichen Auges werden die Teilbilder zu einem farbigen Bildeindruck addiert.

Single Chip DLP®-Projektoren sind im Allgemeinen sehr helle Geräte mit guten Kontrasten. Sie weisen gegenüber 3LCD-Systemen jedoch teils deutliche Nachteile auf – je nach verwendetem Farbrad. Bilder eines DLP®-Geräts mit Weißsegment im Farbrad werden beispielsweise auch wenn sie eine hohe Weißhelligkeit liefern oft als blass wahrgenommen. In Teil drei dieser Blogreihe erklären wir, warum.

Zum Zweiten kann der so genannte „Regenbogeneffekt“ die saubere Darstellung eines Bildes stören. Werden Farben zeitlich versetzt projiziert, verschmelzen diese Bilder durch die Trägheit des menschlichen Auges zu einem farbigen Eindruck. Bewegt der Betrachter allerdings die Augen (bewusst oder unbewusst) nimmt er an den Rändern der dargestellten Objekte farbige Kanten wahr.

Zum Dritten arbeiten die einzelnen Spiegel des DMDs „volldigital“, das heißt, sie kennen nur den Zustand „An“ (gekippt) und „Aus“. Alle Helligkeitsstufen müssen daher durch die Kippintervalle erzeigt werden (Pulsweitenmodulation), was zu einem sichtbaren Bildrauschen führen kann.

3-Chip-LCoS-Technologie

Bei der LCoS-Technologie (Liquid Crystal on Silicon, Flüssigkristalle auf Silizium) handelt es sich um ein Projektionsverfahren, bei dem polarisiertes Licht auf ein spezielles Display triff und von diesem wieder reflektiert wird. Einzeln angesteuerte Flüssigkristalle auf diesem Chip sorgen dafür, dass das Licht in der gewünschten Intensität zurückgeworfen wird. Drei dieser Chips, die Licht ausschließlich in den Grundfarben spiegeln, erzeugen beim Betrachter den Eindruck von Farbbildern. Die Qualität der Projektion ist im Allgemeinen gut, allerdings sind Geräte auf Basis von LCoS heute oft noch überdurchschnittlich teuer.

3LCD-Technologie

Ein Flüssigkristallprojektor (Liquid Crystal Display, LCD) funktioniert im Prinzip wie ein Diaprojektor. Licht in den drei Grundfarben wird durch je einen transparenten Microchip, ein so genanntes „Panel“ geleitet. Diese drei Panels bestehen aus Polysilizium-Flüssigkristallen, die sich elektrisch transparent (weiß), nicht transparent (schwarz) oder stufenlos halbtransparent (Graustufen) schalten lassen, indem sie sich in ihrer Flüssigkeit drehen. Sie funktionieren mehr oder weniger wie eine stufenlos einstellbare Jalousie, in der jeder einzelne Pixel elektronisch angesteuert wird.

Ist der Pixel (halb)transparent, kann eine beliebige Teilmenge des Lichtes passieren. So werden die volldigitale Pulsweitenmodulation (DLP®) und damit Bildrauschen vermieden. Auf der anderen Seite des Panels bündelt ein Prisma die drei Strahlengänge zu einem einzigen, der dann durch ein System von Linsen geleitet wird und schließlich auf die Leinwand trifft. Bei der 3LCD-Technologie wird das Farbbild also bereits im Projektor zusammengesetzt und nicht erst auf der Leinwand. Damit lassen sich Bilder mit fließenden Bewegungen detailgetreu darstellen.

3LCD ist die verbreitetste Beamer-Technologie. Weit über die Hälfte aller Beamer weltweit basiert auf ihr. Epson nutzt 3LCD für die gesamte Projektorenproduktpalette und bietet damit bestmögliche Bildqualität und Zuverlässigkeit. Die Vorteile der Technologie sind ihr großer Farbraum für die realistische Wiedergabe von Bildern, kräftige Farben und eine sehr hohe Auflösung. Weil mit 3LCD auch Zwischenfarben genau wiedergegeben werden, lassen sich Schattierungen und Verläufe auch in dunklen Bildbereichen gut darstellen. Das Bild, das LCD-Projektoren auf die Leinwand bringen, flackert und rauscht nicht, sondern bleibt ruhig und stabil. So entstehen keine Bewegungsartefakte wie der „Regenbogeneffekt“. Indem 3LCD auf bewegliche Teile verzichtet, sind Projektoren auf Basis dieser Technologie sehr robust und eignen sich sehr gut für die mobile Projektion.

Diese kurze Aufstellung macht deutlich, dass es sich lohnt, vor dem Projektorenkauf darauf zu achten, ob Ihr Wunschbeamer auf DLP®- oder LCD-Technologie basiert. Ein Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Fachberater Geräte gleicher Leistungsklasse, aber mit unterschiedlicher Projektionstechnologie im direkten Vergleich zueinander zeigen. Gerade an der Farbdarstellung können Sie die Unterschiede besonders deutlich erkennen.

Im dritten Teil unserer Serie „Welcher Beamer ist der richtige für mich“ werfen wir einen Blick auf die Farbe und zeigen, dass „hell“ nicht gleich „hell“ sein muss. Denn gerade wenn es um die klare und leuchtende Darstellung von Farbe geht trennt sich die Spreu vom Weizen in der Projektorenlandschaft.

Mehr über Projektoren von Epson:

Business Projektoren für Unternehmen

Projektoren für das Heimkino

Weitere Informationen zu 3LCD

Rückblick:

Welcher Beamer ist der Richtige? Teil 1 

Vorschau: 

Welcher Beamer ist der Richtige? Teil 3