Alles online, oder was? Einkaufen im Laden vs. online

Ein neues Einkaufserlebnis

Alles online, oder was? Einkaufen im Laden vs. online

Jeder weiß, dass der Besuch eines Geschäfts in der Fußgängerzone heute nicht mehr die einzige Möglichkeit ist, um einzukaufen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Einzelhandelsgeschäfte ein überflüssiges Relikt aus der Vergangenheit sind. Im Gegenteil: Sie entwickeln sich weiter und übernehmen neue Rollen und Funktionen.

Zwei Formen von klassischen Ladenbesuchen zeichnen sich derzeit ab. Zum Einen besuchen rund 50 Prozent der Verbraucher ein Geschäft, um sich Produkte anzusehen, bevor sie zu Hause über das Internet kaufen – dies wird als „Showrooming“ bezeichnet. Immer mehr Kunden tun jedoch auch das Gegenteil: Sie sehen sich online um, bevor sie in ein Geschäft gehen und das Produkt dort kaufen. Diese Vorgehensweise heißt „Webrooming“.

Sie ist bei Verbrauchern sehr beliebt, weil sie so Zeit haben, um Produkte in Ruhe zu suchen und zu vergleichen, aber trotzdem nicht auf das bewährte Fachwissen von Verkäufern im Laden verzichten müssen. Außerdem können Sie das Produkt sehen und anfassen, bevor sie es kaufen. Und natürlich entfallen die Versandkosten. Viele Einzelhändler haben Maßnahmen entwickelt, um das Webrooming zu vereinfachen. So wird beispielsweise online angezeigt, welche Ladengeschäfte das gewünschte Produkt vorrätig haben. Außerdem werden Click-and-Collect-Dienste angeboten. Für das Showrooming dagegen gibt es noch nicht so viele Angebote, um nahtlos zwischen den Plattformen zu wechseln.

Machen Sie es den Kunden leicht!

Um auch beim Showrooming das Verfahren zu vereinfachen, sollten Einzelhändler Dienste zur Verfügung stellen, mit denen der Kunde ein im Laden gefundenes Produkt einfach online findet. Etwa indem betrachtete Artikel gescannt oder auf dem Smartphone gespeichert werden können. Zu Hause ist es dann problemlos möglich, diese Informationen abzurufen und den Kauf abzuschließen.

Showrooming ist aus Sicht des Einzelhändlers das riskantere der beiden Verfahren. Verbraucher bekommen bei großen E-Commerce-Websites wie Amazon möglicherweise ein besseres Angebot, nachdem sie die Produkte im Laden „ausprobiert“ und das Expertenwissen der Mitarbeiter genutzt haben. Für diesen Trend sprechen Studien, die zeigen, dass nur 10 Prozent der Verbraucher tatsächlich beim selben Einzelhändler kaufen, bei dem sie Showrooming betrieben haben. Geschäftsinhaber müssen also die Käufe im Laden fördern, während der Kunde dort ist.

Um Showrooming-Kunden zu Käufen im Laden zu bewegen, können Einzelhändler beispielsweise einen kostenlosen Lieferservice für im Laden gekaufte Produkte anbieten. So wird der Kunde dazu motiviert, in dem Laden zu kaufen, den er besucht hat. Ein begeisterndes Einkaufserlebnis zu schaffen, ist außerdem wichtig zur Bewerbung des Ladengeschäfts und zur Erhöhung des Umsatzes. Einzelhändler sollten zum Beispiel Anreize bieten, etwa durch Demonstrationen neuer Produkte oder den Verkauf limitierter Produktversionen, die es nur in ihrem Geschäft gibt. Weitere Anreize im Geschäft können auf Interessen oder vergangenen Käufen basierende personalisierte Werbeaktionen oder maßgeschneiderte Produkte sein.

Präsenz auf allen Kanälen

Da die Verbraucher heute nicht mehr einen Kanal klar bevorzugen, sondern verschiedene Kanäle kombinieren, ist die Präsenz auf allen Kanälen zweifellos sehr wichtig. Kunden bleiben einem Einzelhändler treu, der ihnen genau diese Treue einfach macht. Dazu gehört die Schaffung einer alle Kanäle umfassenden Plattform, über die der Verbraucher schnell zwischen diesen wechseln kann, wann immer er es wünscht und was immer er gerade tut.

Ein solcher Ansatz bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Kauf, die davon abhängen, was für den Kunden Priorität hat. Wenn es ihm um Geschwindigkeit geht, kann der Kunde die Verfügbarkeit des Produkts online überprüfen und es direkt reservieren, bevor er es im Laden abholt. Wenn er auf der Suche nach einer fachmännischen Meinung ist, kann er dagegen ins Geschäft kommen, um mit einem Mitarbeiter zu reden und sich dann das, was er benötigt, direkt nach Hause liefern zu lassen. Diese Flexibilität ist ein einzigartiger Vorteil von Einzelhändlern, die auf allen Kanälen präsent sind, denn E-Commerce-Websites mit nur einer Einkaufsstruktur können nichts Vergleichbares bieten.

Das Einzelhandelsgeschäft bleibt weiterhin ein wichtiger Teil dieses Ansatzes auf allen Kanälen, auch wenn sich seine Rolle ändert. Es hat sich beispielsweise gezeigt, dass Ladengeschäfte den Traffic auf der Website und somit den Online-Umsatz erhöhen. Dies betont die Funktion des Geschäfts als einzigartiger Ort zur Verbesserung der Markenwahrnehmung, zur Kommunikation ihrer Identität und ihrer Produkte gegenüber den Kunden. Daher müssen sich Läden kontinuierlich weiterentwickeln und nach neuen Möglichkeiten suchen, Kunden anzuziehen, wenn sie (auch) als Werbemedium für den Online-Shop dienen sollen. Diese Strategie wird von Studien ( WSJ, MIS Quarterly) bestätigt, die zeigen, dass die Anzahl der Website-Besuche zunimmt, je mehr Geld ein Unternehmen in seine Geschäfte vor Ort investiert.

Um mit der Niedrigpreiskonkurrenz auf E-Commerce-Websites mithalten zu können, müssen Einzelhändler den Wert ihrer Marke bei der Steigerung des Umsatzes sowohl in Ladengeschäften als auch online anerkennen. Studien haben gezeigt, dass die Zunahme des Online-Absatzes oft mit einem hohen Absatz in den Vor-Ort-Geschäften zusammenhängt. Dies beweist, dass von Letzterem beide Kanäle profitieren. Anders ausgedrückt ist die vollständige Präsenz auf allen Kanälen – auch wenn über diesen Ansatz in der Vergangenheit schon häufiger gesprochen wurde – der Schlüssel, um die Kapazität von Ladengeschäften voll auszuschöpfen.