Vier CSR-Prinzipien, die ich in meinen 14 Jahren bei Epson gelernt habe

Henning Ohlsson, CSR Director bei Epson, über seine Erfahrungen

Vier CSR-Prinzipien, die ich in meinen 14 Jahren bei Epson gelernt habe

Verantwortliches Handeln eines Unternehmens (Corporate Social Responsibility, CSR) ist für die Reputation eines Unternehmens entscheidend. Aber nicht nur das, sie bietet auch enorme Chancen für den Gleichklang von wirtschaftlichem Erfolg, ökologischer und sozialer Verantwortung (Triple Bottom Line) und kann damit ein entscheidender Faktor für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens sein. Ein Grund dafür ist, dass CSR eng mit ethischen Grundsätzen verbunden ist. Unternehmen sind verpflichtet, richtig zu handeln und sich korrekt zu verhalten. Dies ist die Basis für das Vertrauen der Menschen in eine Organisation. Ich bin nun schon seit 14 Jahren bei Epson und sehe, wie die CSR Prinzipien hier real Anwendung finden: Mitarbeiter erfüllen ihre Arbeit mit Stolz, die Beziehungen zwischen dem Unternehmen und dem Kunden werden gestärkt und die gesellschaftlichen Aufgaben werden erfüllt. In einer Zeit, in der Fake News und Skandale vermehrt an die Öffentlichkeit dringen und das Vertrauen in viele Organisationen untergraben, ist es kein Wunder, dass CSR zu einer Bereicherung wird und in vielen Unternehmen an Priorität gewinnt. Daher möchte ich Ihnen an dieser Stelle die vier Kernelemente vorstellen, die bei Epson Anwendung finden:

1. Die Unternehmenskultur bestimmt das Handeln

Als Individuen, Teams und Organisationen sind wir die Triebfeder für eine nachhaltigere und sozialere Unternehmenszukunft. Für mich bedeutet das, dass innovative Ideen unterstützt werden, mit denen tatsächlich etwas bewirkt werden kann – insbesondere deshalb, weil die Bedürfnisse der Gesellschaft sich ständig ändern. Für ein Technologieunternehmen wie Epson bedeutet das, Produkte und Services zu fördern, die zu verbesserter Qualität und Effizienz führen und gleichzeitig die Umweltauswirkungen verringern. Unsere „Umweltvision 2050“ geht genau darauf ein. Ziel ist es u. a., die CO2-Emissionen bis 2050 um 90 Prozent zu reduzieren. Ich glaube, dass große wie kleine Organisationen eine Verantwortung tragen und alles daransetzen sollten, die negativen Einflüsse auf die Umwelt zu verringern. Mit Änderungen von Geschäftsmodellen, Arbeitsweisen und Produktionsprozessen kann dies Realität werden. In meiner bisherigen Karriere habe ich beobachtet, wie die Unternehmenskultur jeden innerhalb einer Organisation dazu motivieren kann, seinen Beitrag zu positiven Veränderungen zu leisten. Letztendlich entsteht daraus eine Aufwärtsdynamik, die eine nachhaltige Geschäftskultur weiter begünstigt.

2. Effektive Kommunikation ist ein Muss.

Eine nachhaltige Unternehmenskultur ist u. a. ein Ergebnis von Forschung und Entwicklung, etwa der Produktion effizienterer Produkte. Sie hängt aber auch davon ab, wie effektiv ein Unternehmen seine Aktivitäten kommuniziert. Da im Mittelpunkt jeder Organisation die Mitarbeiter stehen, ist es wichtig, dass die richtigen Botschaften konsequent vermittelt und auch gehört werden. Denn Sie beeinflussen das Verhalten von Einzelpersonen und der Gruppe unmittelbar. In globalen Unternehmen wie Epson, deren Teams auf mehreren Kontinenten verteilt sind, ist es nicht immer einfach, ein Verständnis für dieselben Ziele, Werte und Verhaltensformen aufrecht zu erhalten. Eine Kommunikationsform, mit der wir unsere zentralen Werte seit über zehn Jahren unseren Mitarbeitern vermitteln, ist eine Art „Wertekanon“ der die zentrale Verhaltensgrundsätze des Unternehmens beschreibt („Principles of Corporate Behaviour“). Diese Grundsätze sollen es den Mitarbeitern leichter machen, ihre Ziele zu verfolgen und wir werden alle immer wieder daran erinnert, dass wir gegenüber unseren Kollegen und der Gesellschaft eine Verpflichtung haben.

3. Veränderung braucht Zeit und Engagement.

Die Erstellung neuer nachhaltiger Geschäftsprinzipien, mit denen wirksame Veränderungen innerhalb einer Organisation erreicht werden sollen, erfolgt nicht von heute auf morgen. Es erfordert Anstrengung, Engagement und Geduld – jeder, der das schon einmal versucht hat, kann dies sicherlich bestätigen. Damit der Effekt auch langfristig anhält, müssen die Ziele unternehmensweit implementiert werden. Die gesamte Organisation sollte auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten. Das ist meine Erfahrung bei Epson. Unser Ansatz basiert auf der Tradition der CSR in Japan, nach der neue Prinzipien in die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens, nicht nur als ein separater Teil oder Prozess, implementiert werden müssen. Unsere Managementphilosophie, die wirtschaftlichen Erfolg, ökologische und soziale Verantwortung gleichermaßen berücksichtigt, besteht schon seit vielen Jahren und wird konsequent umgesetzt. Unser Anspruch kompakte, effiziente und präzise Technologien zu entwickeln, die die Kunden unterstützt, z. B. auch darin umweltbewusst zu agieren, ist Bestandteil unserer Unternehmens-DNA geworden.

4. Seien Sie Vorbild

Damit die CSR-Maßnahmen Erfolg haben, ist der Einsatz der gesamten Organisation sowie eine starke Leitung durch Einzelpersonen gefragt. Um als gutes Beispiel vorangehen zu können, müssen Sie zuerst erkennen, wie viel Einfluss Sie innerhalb eines Unternehmens haben – und zwar unabhängig von Funktion oder Titel. Begeisterte Menschen können eine solide Grundlage für den Enthusiasmus für und die Unterstützung von Veränderung schaffen – sie können andere beeinflussen und inspirieren. Indem wir bei Epson zu einer breiten Unterstützung von CSR-Themen aufrufen, haben wir eine dedizierte „Nachhaltigkeits-Taskforce“ ins Leben gerufen. Wir haben darüber hinaus klar aufgezeigt, wie wichtig bei Entscheidungen auf allen Organisationsebenen die Berücksichtigung der Nachhaltigkeit ist. Als CSR Director Epson Europa kann ich meine Führungsrolle dazu nutzen, um Maßnahmen zu initiieren und zu steuern. Allerdings spielen die Mitarbeiter eine ebenso große Rolle. Damit das ganze Unternehmen mit CSR-Themen verwachsen kann, muss das Vertrauen von innen aufgebaut werden. Erst dann wird das Vertrauen auch außerhalb glaubwürdig wahrgenommen.

In meiner Funktion als CSR Direktor habe ich diese Prinzipien formuliert. Grundsätzlich arbeite ich aber schon seit vielen Jahren mit ihnen. Ich habe in meinen 14 Epson Jahren gelernt, wie stark das Thema CSR-Erfahrung in diesem japanischen Technologieunternehmen verwurzelt ist. Für mich ist klar, dass viele Erfolge von Epson auf der japanischen Philosophie Monozukuri beruhen. Das ist ein einzigartiger japanischer Fertigungsstil, der schlanke Produktionstechniken fördert und auf Handwerkskunst beruht. Ich bin davon überzeugt, dass diese Methoden für die gelungene Implementierung der CSR-Kultur bei Epson verantwortlich sind. Wenn innerhalb einer Organisation Änderungen erforderlich sind, wird es Hindernisse zu überwinden geben. Ich glaube aber Folgendes: Wenn wir uns an feste Prinzipien halten und uns wieder bewusst machen, dass CSR nicht nur der Außenwirkung eines Unternehmens dient, sondern vor allem für eine gesunde Geschäftsethik steht, dann können wir jede Herausforderung souverän und mit Enthusiasmus meistern.