Thema: Bildgröße bei Projektoren - Schwerpunkt Bildungseinrichtung

Groß projizierte Inhalte können das Lernen erleichtern

Thema: Bildgröße bei Projektoren - Schwerpunkt Bildungseinrichtung

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation werden 80 Prozent der optisch vermittelten Lerninhalte und 90 Prozent der durch interaktiven Unterricht vermittelten Inhalte behalten. Zum Vergleich: Beim klassischen Frontalunterricht beträgt die „Merkquote“ nur 25 Prozent.[1] Daher verändern visuelle Kommunikationstechnologien wie Projektoren und Flachbildschirme die Art und Weise, in der Bildung an Schulen und Universitäten vermittelt wird.  Doch so wie herkömmliche Lehrmethoden langsam verschwinden und die Digitalisierung[2] im Allgemeinen weiter zunimmt (immer mehr Zeit wird in Innenräumen und an Bildschirmen verbracht), so kommt es auch immer häufiger zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Auges. Tatsächlich ist bei der Hälfte der europäischen jungen Erwachsenen eine enorme Zunahme der Kurzsichtigkeit (Myopie) zu verzeichnen – das sind doppelt so viele Fälle wie vor 50 Jahren.

Flachbildschirm oder Projektor?
Für die Gruppenarbeit in Schulen stehen zwei Technologien zur Verfügung: Flachbildschirme und Projektoren. Von diesen beiden sind Projektoren die etablierte Technologie. Allerdings werden wegen ihrer Vertrautheit und wahrgenommenen Einfachheit in einigen Einrichtungen durchaus auch Flachbildschirme verwendet. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass 58 Prozent der Lernenden nicht alle Materialien auf einem 70-Zoll-Flachbildschirm lesen können[3]. Nicht zu sehen, was vermittelt werden soll, beeinträchtigt den Lernvorgang und ermüdet das Auge unnötig. Dennoch gibt es immer noch keine europaweite Gesetzgebung, in der festgelegt ist, wie Technologie im Unterrichtsraum verwendet werden soll, oder die gewährleistet, dass alle Lernenden gleichermaßen gut sehen können und die dafür vorhandenen Geräte ihren Zweck erfüllen.

Da Projektoren skalierbare Bilddiagonalen von bis zu 100 Zoll (2,54 m) bieten, stellen sie für Bildungseinrichtungen eine weitaus verantwortungsbewusstere und flexiblere Wahl dar.

Darüber hinaus sind moderne Projektoren sehr fortschrittlich: Sie bieten auch bei Tageslicht eine extrem hohe Farbhelligkeit, Anschlussmöglichkeiten für BYOD (Bring your own Device)-Interaktion, interaktive Sensoren und Touch-Technologie sowie größere, verzerrungsfreie Bilder. Sie sind außerdem leichter und benötigen viel weniger Platz als ein Flachbildschirm, auch wenn sie nicht verwendet werden.

Für alle Zwecke geeignete Projektionsflächen
Epson ist seit 13 Jahren Marktführer im Bereich Projektion. Wir arbeiten eng mit verschiedenen Schulen und Bildungseinrichtungen zusammen. Daher wissen wir, wie sehr die Sichtbarkeit von projizierten Informationen und Bildern die Lernergebnisse beeinflusst. Als Teil eines Programms zur sozialen Verantwortung von Unternehmen entwickelt Epson seine Produkte stets weiter, damit sie wirklich den Nutzeranforderungen entsprechen. Da eindeutige Empfehlungen wichtig sind, arbeitet Epson mit Partnern zusammen, um sicherzustellen, dass sie das richtige Produkt für ihre Zwecke erhalten. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die projizierten Inhalte groß genug, qualitativ hochwertig und deutlich zu erkennen sind, indem der Abstand und der Betrachtungswinkel zur Projektionsfläche berücksichtigt werden. Das Ergebnis: Jeder im Raum hat dieselben Möglichkeiten, zu interagieren und Informationen gemeinsam zu nutzen.  

Die Lernmethoden von heute konzentrieren sich nicht mehr nur auf eine einzelne Person, die Präsentationen vor einer Gruppe von Lernenden abhält. Stattdessen präsentieren Lernende ihren Mitlernenden eigene Inhalte und verwenden Bildschirme und Leinwände in größeren Gruppen gemeinsam. Deshalb ist ein Planungsprozess erforderlich, der eine adäquate Integration von Technologie im Unterrichtsraum ermöglicht.

Es ist wichtig, die Anforderungen und Einschränkungen der Umgebungsparameter zu berücksichtigen: Raumgröße, Anzahl der Personen und so weiter. Hierzu liegen zwar noch keine allgemeinen gesetzlichen Regelungen vor, aber es gibt verschiedene grundlegende Prinzipien, die eingehalten werden sollten, um Lerninhalte effektiver und so augenschonend wie möglich zu vermitteln.

Es lohnt ein Blick in die Nachbarländer: Die Richtlinien der Universität von South Wales (Großbritannien), dargelegt in ihrem Bericht „Audio Visual and Teaching Space Guidelines“[4] (Richtlinien für audiovisuelle Lernumgebungen), schreiben zum Beispiel folgendes vor:

  • Die Unterkante der Leinwand beziehungsweise der Projektionsfläche sollte mindestens 1,20 m vom Boden entfernt sein.
  • Der Mindestabstand zwischen der ersten Reihe und der Projektionsfläche sollte doppelte Leinwandhöhe betragen.
  • Die Breite der Projektionsfläche sollte mindestens ihrem Abstand zum vordersten Betrachter entsprechen.
  • Als maximale horizontale und vertikale Betrachtungswinkel gelten 45 Grad beziehungsweise 30 Grad.

Auch die Art der in Unterrichtsräumen dargestellten Informationen wird in den Richtlinien berücksichtigt. Die weithin akzeptierte 4-6-8-Regel basiert auf Empfehlungen von Forschungseinrichtungen und Regulierungsbehörden und besagt, dass sich der am weitesten entfernte Teilnehmer im Raum je nach Aufgabenstellung in einem Abstand zur Projektionsfläche befinden sollte, der dem vier-, sechs- beziehungsweise achtfachen ihrer Höhe entspricht. „Passives Sehen“ (etwa Betrachten von Videos) verträgt die größte Entfernung, gefolgt von „detailliertem Sehen“ (beispielsweise allgemeines Lesen von Präsentationen) und „prüfendem Sehen“ (zum Beispiel kleiner Text und Inhalte von Kalkulationstabellen), bei dem der am weitesten entfernte Teilnehmer nicht mehr als vier Mal die Höhe der Projektionsfläche entfernt sitzen sollte.

Laut dem Forschungs- und Analystenunternehmen „The Smart Cube“ spielen bei der Entscheidung für eine Technologie und für die benötigte Bilddiagonale zahlreiche Faktoren eine Rolle, darunter Höhe der Decke, Länge und Breite des Raums, Anzahl der Personen im Raum und verfügbares Budget. Natürlich ist auch die Entscheidung zwischen Flachbildschirm und Projektor davon betroffen. Und obwohl es keine weltweit anerkannten Normen für Bildschirm- und Leinwandgrößen gibt, sondern nur Richtlinien, lässt sich eines nicht bestreiten: Je größer der Bildschirm oder die Leinwand, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Informationen deutlich dargestellt und dadurch von den Betrachtern im Unterrichtsraum erfasst und behalten werden. Daher sollte das Bildungswesen – um das Lernpotenzial bei minimalen Auswirkungen auf die Gesundheit voll auszuschöpfen – sich häufiger für Projektoren statt für Flachbildschirme entscheiden.

Wenn es um visuelle Kommunikation sowie um interaktives und gemeinschaftliches Lernen geht, spielt die Größe der Darstellung tatsächlich eine Rolle.

Weiterführende Informationen:

Wie wichtig die Größe der Projektionsfläche ist


[3] Epson Whitepaper: Vergleich von führenden 70-Zoll-Flachbildschirmen mit 4K-Auflösung (meistverkaufte Geräte außer in Hotels laut PMA Distributor-Daten für Nordamerika, Verkäufe zwischen Januar und September 2015) in einem Unterrichtsraum von ca. 6,70 x 8,20 m Größe. Beim Abschreiben von sechs kurzen Angaben aus den dargestellten Folien kopierten 58 % der Lernenden zwischen 12 und 22 Jahren mindestens ein Element falsch. Basierend auf einer Studie von Radius Research, April 2016, USA.

[4] The Smart Cube, Epson Digital Displays: Display Size Relative to Distance (Digitale Displays von Epson: Bilddiagonale relativ zum Abstand), 12. August 2016