Rina Yang über das Making Of von #LewisGetsInked

Rina Yang über das Making Of von #LewisGetsInked

Rina Yang, Kamerafrau, Freiberuflerin

Die anerkannte und preisgekrönte Kamerafrau ist bekannt für ihre Kollegialität. Ursprünglich stammt sie aus Japan. Derzeit lebt sie in London. Sie ist in Japan aufgewachsen und lebt derzeit in London.

Was war Ihre Aufgabe bei dieser Filmproduktion?

Als Kamerafrau bin ich im Wesentlichen verantwortlich für den Stil des Films, für die Beleuchtung, die Farben, die Kameraperspektive und Bewegungen. Bei den Vorbereitungen zu dem Film wählte ich die Crew aus. Ich kann mich auf jeden einzelnen verlassen und weiß dass ich die besten Mitarbeiter für das habe, was wir umsetzten möchten.  Dieses Vertrauen gibt mir Spielraum kreativ zu denken, da ich mich nicht zu sehr auf die technischen Aspekte konzentrieren muss.

Was hat Ihnen bei der Herstellung dieses Films am meisten Spaß gemacht?

Ich genieße die Zusammenarbeit mit meinem Team, da es sich um ein großes, gemeinschaftliches Stück Arbeit handelt. Das Lösen von Problemen gehört auch dazu. Es kann ermüdend sein, aber es macht auch Spaß, Lösungen zu finden. Es ist sehr erfüllend, scheinbar ausweglose Situationen zu lösen. Diese Art von Zufriedenheit erhält man nirgendwo sonst, obwohl es stressig ist, man unter hohem Druck arbeitet und natürlich möchte man das Budget sinnvoll einsetzen.

Was macht Ihnen am Set am meisten Spaß?

Bei Werbespots wie diesem, bei denen eine bekannte Person involviert ist, ist es immer der Moment, wenn diese Person ins Studio kommt und sich der Kreis schließt. Man probiert vorher das Licht an einem Lichtdouble aus, aber man ist sich nie ganz sicher, ob es wirklich funktioniert. Aber wenn dann der Star auftritt, sieht die Beleuchtung plötzlich viel besser aus und die Aufnahme wirkt ganz besonders.

Was sind die besten und was die schwierigsten Bereiche Ihres Jobs?

Ich weiß selten, was ich in der nächsten Woche machen werde. Mein Zeitplan ändert sich nahezu jeden Tag. Zum Beispiel kann es sein, dass ich am Donnerstag nach Jamaika fliegen werde. Mein Leben ist unvorhersehbar, das ist schon ziemlich unterhaltsam. Ich bin viel unterwegs, und arbeite mit vielen verschiedenen Personen zusammen – jeder Tag ist anders. Der Nachteil ist, dass man nie zu den Geburtstagen seiner Freunde gehen kann. Immer heißt es: „Tut mir leid, kann leider nicht kommen.“ Ich kann nichts zusagen, bis zur letzten Minute. Urlaube versuche ich etwa zwei Wochen im Voraus zu buchen. Und wenn ich dann unterwegs bin, erhalte ich einen Anruf für ein Projekt und muss früher zurückkehren. Es ist in Ordnung, weil ich noch jung bin und so mein Portfolio erweitern kann. Wenn man älter ist, kann man immer wählerischer und ruhiger werden.

Was war das interessanteste Projekt, an dem Sie bislang gearbeitet haben?
Dieses Jahr war sehr interessant. Ich bin überrascht und zufrieden damit, wo ich nun stehe. Im letzten Jahr habe ich in Japan gedreht. Ich komme zwar aus Japan, habe aber noch nie ein Shooting dort gemacht. Ich wurde gebeten, einige Projekte zu drehen, aber ich war nicht wirklich begeistert von  diesen Projekten. Doch dann kam dieses hier auf [„Lost Youth“, ein Kurzfilm von Taichi Kimura], und es fühlte sich so besonders an. Wir sind losgefahren und haben gedreht. Der Regisseur ist zufrieden, und der Film läuft gut, also Glück für ihn und für mich! Ich drehe auch eine Menge Musikvideos.

Wie haben Sie angefangen in der Branche zu arbeiten? 

Ich bin vor ungefähr neun Jahren hierher gezogen, um Englisch zu lernen, weil meine beste Freundin hier lebte. Ursprünglich wollte ich nur sechs Monate lang Englisch lernen, aber weil mir London wirklich gefiel, entschied ich mich zu bleiben. Ich musste etwas studieren, um ein Visum zu bekommen. Weil ich zufällig eine Anzeige auf einem Bus für „BA Film Making“ gesehen hatte und ich sowieso gerne mit der Kamera umging, entschloss ich mich für den Besuch einer Filmschule. Zunächst wollte ich Cutterin werden. Doch dann assistierte ich an einem Drehort für die Kamera, und als der Kameramann dazukam, dachte ich mir, das sieht nach einer coolen Aufgabe aus. Ich erledigte noch viele Jobs als Kameraassistentin und arbeitete eine Zeit lang auch als Beleuchterin, doch schließlich geriet ich selbst an die Kamera und blieb dabei. Es ist merkwürdig, dass ich eher zufällig dazu kam, aber ich mag meine Arbeit wirklich.

Wie haben Sie zunächst angefangen?

Es war sehr schwierig. Ich glaube, dass ich wirklich Glück mit meinen Freunden hatte, da wir einander immer geholfen haben. Ich konnte mich um Kamera und Beleuchtung kümmern und sie übernahmen die Regie. Wir haben viel voneinander gelernt und ich arbeite immer noch mit vielen von ihnen zusammen. Es ist besonders wichtig, langfristige Beziehungen zur Crew und zu den Kollegen zu pflegen, weil es bei der Produktion so viel Zeit spart. Wenn man ein gutes Team hat, sparen auch die Produzenten viel Geld. Wir können sagen: „Machen wir es wie beim letzten Projekt, nur besser“ – und so die Kosten geringer zu halten. Man lernt gemeinsam Dinge, auf die man beim nächsten Dreh zurückgreifen kann.

Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der in der kreativen Branche anfangen möchte?

Auch wenn es sehr nach Klischee klingt: Ich denke, man muss hart arbeiten. Als ich auf der Filmschule war, habe ich meine Wochenenden und Feiertage an Drehorten verbracht, während andere Party gemacht haben. Ich bevorzugte die Arbeit am Set. Ich habe zwei Jahre lang hart an winzigen Aufträgen gearbeitet. Die Bezahlung war nicht besonders gut, aber so lernt man Menschen kennen und kann sich vernetzen. So habe ich angefangen und diese Beziehungen pflege ich noch heute.  Wenn man in der Branche neu beginnt, muss man talentierte Personen finden, die die Arbeit machen, die einem gefällt, und dann muss man diese Leute überzeugen, mit einem gemeinsam zu arbeiten. Natürlich muss man gut sein, damit sie sich wieder bei einem melden. Und man sollte zu allen freundlich sein – nicht nur, weil sie eines Tages als Regisseur vor einem stehen könnten, sondern allein deshalb, weil es eine so intensive Arbeit ist und weil es einfach nicht richtig ist, Menschen unterschiedlich gut zu behandeln. Respektiere alle und umgib dich mit guten Menschen. Und folge lieber deinem Herzen als dem Geld. Es ist wichtig, Projekte auszuwählen, die nachklingen und um die man sich gerne kümmert, um das bestmögliche Resultat zu erzielen. Ich mache am liebsten Projekte, bei denen mir die kreativen Aspekte gefallen. Zum Beispiel dieses Projekt: Mir gefiel der kreative Teil, weil ich glaube, dass der Film visuell sehr beeindruckend sein wird. Und dann ist da noch Lewis Hamilton, den man normalerweise als richtig coolen Typen kennt und der hier mit einem Augenzwickern gezeigt  wird.

Weiterführende Informationen: 

Kampagnenvideo
Behind the Scences