Papier recyceln mit Grundschülern

Epson unterstützt umweltpädagogischen Unterricht

Papier recyceln mit Grundschülern

Wie Papier entsteht und wiederverwertet wird, konnten am Donnerstag, 7. März, die Zweit- und Drittklässler der Maria-Kunigunda-Schule in Essen Karnap praxisnah und mit viel Spaß erleben. Bereits seit 2008 unterstützt die Epson Deutschland GmbH als Partner den umweltpädagogischen Unterricht mit unterschiedlichen Schwerpunkten an zahlreichen Schulen in Duisburg, Krefeld, Essen, Meerbusch und Kaarst.

10 Uhr an der Maria-Kunigunda-Grundschule im Herzen von Karnap, dem nördlichsten Stadtteil Essens. Noch ist der Klassenraum leer – zumindest fast: Carsten Schultz von der Deutschen Umwelt-Aktion hat bereits große blaue Wasserbehälter auf dem Tisch platziert, vorne vor der Tafel. „Was machen wir hier gleich?“, schallt plötzlich eine hohe, kecke Stimme durch die Tür. „Ihr stellt selbst Papier her!“ Dem Jungen mit dem dunklen welligen Haar ist  sichtlich anzumerken, dass er mit dieser Antwort nicht gerechnet hat. Staunen und Sprachlosigkeit stehen ihm ins Gesicht geschrieben.

Es wird laut. Auch die anderen Schüler aus der 3C stürmen in den Raum und beäugen den ungewöhnlichen Aufbau. „Was braucht man denn für die Herstellung von Papier?“, fragt Carsten Schultz in die Runde, als etwas Ruhe eingekehrt ist. Gleich mehrere Finger deuten blitzschnell nach draußen auf den Schulhof. „Richtig“, sagt Schultz. „Man braucht Bäume. Dann kommt die große Axt. Das ist nicht so gut!“ Dass man auch aus Papier selbst wieder solches machen kann, haben die meisten in der Klasse zumindest schonmal gehört. Erstmal geht’s ans Schnippeln! In zehn Zweiergruppen beginnen die Kinder, Zeitungspapier in kleine Stücke zu schneiden. Wer fertig ist, kommt nach vorne und wirft die Fetzen in die großen Wasserbehälter. „Die Schnipsel auf dem Boden aber bitte zwischendurch aufräumen!“, mahnt Lehrerin Anja Aich. Die Kinder tun es anstandslos.

Gelebte Integration im „Herzen von Karnap“

Mit einem Pürierstab mixt Referent Carsten Schultz die vollen Behälter kräftig durch. Eng aneinandergedrängt und mit Stielaugen verfolgen die Mädchen und Jungen, wie da allmählich ein dicker Papiersud im Wasser entsteht. Und weil für Kinder Matsche irgendwie immer anziehend ist, verschwinden auch gleich mehrere Hände in der grauen, dichten Masse. Diese wird nun von den Schülern nach und nach gleichmäßig auf Siebe im Din-A4-Format aufgetragen. Der kleine Elias ist als erstes dran.

Schon während das „neue alte“ Papier trocknet, verzieren es die Kinder mit Motiven, die sie vorher aus Servietten ausgeschnitten haben. „Ich hätte hier noch einen verfrühten Osterhasen anzubieten“, ruft Carsten Schultz in die Klasse. Der ist nahezu sofort vergeben. Ebenfalls beliebt sind Igel, Blumen oder jegliche Varianten von Autos. Wie auch immer die gestalteten Blätter aussehen, fest steht: sie sind allesamt kleine Kunstwerke.

 „Das ist hier die einzige Grundschule in der Gegend, sozusagen das Herz von Karnap“, erklärt Schulleiter Udo Moter in einer ruhigen Minute. Bis November 2016 war im früheren Fußballstadion des Stadtteils eine große Zeltstadt für bis zu 700 Flüchtlinge untergebracht. Viele der dort einst lebenden Kinder (überwiegend irakischer und syrischer Herkunft) besuchen heute die Kunigunda-Schule, weiß Moter – und zeigt sich begeistert: „Das klappt mit der Integration tatsächlich wunderbar. Wie schnell die Kinder Fortschritte machen, ist unglaublich.“