Nachhaltigkeit ist nicht nur für die Umwelt wichtig Sie hilft auch dem Geschäft

Nachhaltigkeit ist mehr als ein Begriff, den Unternehmen für ihre Marketingphrasen in ihrer Kommunikation nutzen.

Nachhaltigkeit ist nicht nur für die Umwelt wichtig Sie hilft auch dem Geschäft

Sie ist zu einem wesentlichen Element einer klugen und umsichtigen Geschäftsphilosophie geworden. Unternehmen, die Maßnahmen für ein umweltfreundlicheres Handeln nicht berücksichtigen, werden ihre Wettbewerbsfähigkeit einbüßen.

Und wenn es um IT-Ausstattung geht, steht dieser Punkt für Kunden und Mitarbeiter noch deutlicher im Vordergrund. Millennials, die nach und nach zu Führungskräften in Unternehmen werden, bewerten ihre Anschaffungen stark nach deren Umweltauswirkungen – sowohl im geschäftlichen als auch im privaten Bereich. Zudem ist der Preis einer Ware für alle Käufer nicht mehr der einzige Aspekt ihrer Kaufentscheidung. Viele berücksichtigen ebenfalls die Nachhaltigkeit eines Produktes und auch einer Marke.

Wir haben kürzlich eine Untersuchung durchgeführt, um die Meinung der Menschen über diesen Punkt zu erfahren. Dabei hat sich gezeigt, dass der gute ökologische und soziale Leumund einer Firma zu einem heftig umworbenen Thema geworden ist, mit dem man die Herzen und Köpfe von Kunden und Mitarbeitern gewinnt. Unsere Ergebnisse belegen, dass Umwelt- und Sozialbelange für 71 Prozent der Menschen wichtig sind, unabhängig davon, ob sie als privater Verbraucher Kaufentscheidungen treffen oder für das Unternehmen, in dem sie arbeiten.

COVID-19 hat dabei viele latent vorhandene Bedenken zum Vorschein gebracht. Die Pandemie hat die Bedeutung sozialer und ökologischer Belange mehr in den Vordergrund gerückt und viele Menschen auf deren Dringlichkeit aufmerksam gemacht. Ökologische Fragen sind heute bereits stark im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Es ist daher nicht verwunderlich, dass 75 Prozent der Befragten der Ansicht sind, dass Arbeitgeber sich in der Folge von COVID-19 (noch) intensiver auf soziale und ökologische Belange konzentrieren sollten.

Grüne Technologie zu Hause

Viele von uns haben im letzten Jahr sehr oft von zu Hause aus gearbeitet. Deshalb musste sich jeder auf eine funktionierende IT verlassen, um die Arbeit zu erledigen. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes arbeiteten im 2. Quartal des Jahres 2020 knapp zwei Drittel (61 Prozent) der Erwerbstätigen im Heimbüro. Die große Mehrzahl davon taten dies als Folge von Corona.

Das Arbeiten im Heimbüro hat die Menschen dazu gebracht, besonders auf die Nachhaltigkeit der dort eingesetzten IT zu achten. Dies spiegelt sich in unserer Untersuchung wider. 70 Prozent der Befragten meinen, dass die IT-Ausstattung für das Heimbüro langlebig und energieeffizient sein und zudem nur wenig Abfall produzieren soll.

Unternehmen laufen der Entwicklung hinterher

Trotz der zunehmenden Bedeutung nachhaltiger und ethisch einwandfreier Geschäftspraktiken bleiben viele Geschäfte immer noch hinter den Erwartungen zurück. Mit der beginnenden Impfkampagne begeben wir uns auf den langen Weg zur wirtschaftlichen Erholung und zurück zu einer gewissen Form von Normalität. Es bestehen jedoch noch Zweifel daran, dass Unternehmen sich auf die Situation nach COVID-19 ausreichend vorbereitet haben. Unsere Untersuchung ergab, dass nur 24 Prozent der Entscheidungsträger in Firmen der Ansicht sind, dass Überlegungen zu Umwelt- und Sozialauswirkungen ihres wirtschaftlichen Handelns ein wichtiger Bestandteil der Konzepte für die Rückkehr der Mitarbeiter zum Arbeitsplatz sowie des wirtschaftlichen Aufschwungs sind.

Ebenso sind viele Unternehmen weiterhin unentschlossen zu entscheiden, welche Bedeutung Umwelt- und gesellschaftlichen Belangen nach COVID-19 zufällt. Nur rund ein Drittel der Führungskräfte meinen, dass die ökologischen und sozialen Auswirkungen von COVID-19 erheblich wichtiger sein werden als zuvor. Dies steht im Kontrast zu der Meinung von etwa drei Viertel der Verbraucher und Mitarbeiter, die bei diesen Betrieben einkaufen oder für sie arbeiten.

Von den Unternehmen, die diese Themen zur Priorität machen, erwarten 86 Prozent eine Steigerung ihres Profites im nächsten Jahr beziehungsweise in den kommenden fünf Jahren. Die Auswirkungen starker ökologischer und sozialer Ausrichtung werden auch in weniger greifbaren Geschäftsbereichen spürbar sein und eine positive Einstellung gegenüber diesen Gesellschaften fördern. 44 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass wirksame Maßnahmen in diesen Bereichen sich gut auf die Markenwahrnehmung auswirken. 40 Prozent sehen eine höhere Identifikation der Mitarbeiter mit ihrer Firma und 38 erwarten eine gesteigerte Produktivität der Belegschaft.

Der Altersfaktor

Überraschenderweise beeinflusst das Alter eines Unternehmens die Sichtweise. So stellte sich heraus, dass vier von fünf Start-ups Umwelt- und Sozialziele als ein vorrangiges Ziel ansehen. Aber nur für etwa zwei Drittel der über zehn Jahre bestehenden Unternehmen besitzen diese Priorität.

In Abhängigkeit vom Alter gab es auch bei den Menschen Abweichungen hinsichtlich der Sichtweise auf Nachhaltigkeitsaspekte. Während nur 63 Prozent der Befragten über 54 Jahre glauben, dass ökologische und soziale Belange nach COVID-19 wichtiger werden (im Vergleich zu 85 Prozent der Generation Z, also der in den Neunzigern bis etwa 2012 Geborenen), sind sie dagegen die Altersgruppe, die besonders hohe Ansprüche an die Qualität von Geräten stellt (51 Prozent), Energieeffizienz fordert (48 Prozent) und auf Abfallreduzierung drängt (45 Prozent).

Nachhaltigkeit unterstützt die Geschäftsstrategie

Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass soziale und ökologische Belange für Verbraucher, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zukünftig eine noch wichtigere und in gewissem Maße auch eine die Menschen spaltende Rolle spielen werden.  Viele verstehen, dass Nachhaltigkeit nicht zweitrangig ist, sondern die Attraktivität eines Unternehmens für Kunden und Mitarbeiter entscheidend bestimmt. Und diejenigen, die mit der Entwicklung nicht Schritt halten, werden auf lange Frist die Verlierer sein.