Müssen Lehrer heute „Digital Natives” sein?

Hans Dummer berichtet, wie Epson dazu beitragen kann, die Generationenlücke in der Technologienutzung in Schulen zu schließen.

Müssen Lehrer heute „Digital Natives” sein?

Müssen Lehrer heute „Digital Natives” sein?

Keine Generation ist so wie die vorherige. Wenn wir auf die „Baby-Boomer”, die „Generation X” und die heutigen „Digital Natives” schauen, dann sind alle drei Gruppen durch ihre jeweilige Zeit geprägt worden.
Bei der Bewertung des Einsatzes von Technologie im Bildungsbereich wird klar, dass es in Europa nicht nur zwischen Reich und Arm eine „digitale Kluft” gibt, sondern dass diese auch zwischen Schülern und Lehrern besteht.
Eine Untersuchung des European Schoolnet im Jahr 2013 hat beispielsweise gezeigt, dass eine hervorragende Infrastruktur in Schulen keine übergreifenden Auswirkungen auf die Haltung, den Einsatz und das Vertrauen in Technologie im Rahmen des Lernens hat.
Dies ist für ein Technologieunternehmen wie Epson von großer Bedeutung. Es beeinflusst die Art und die Funktionalität unserer zukünftigen Produkte für den Bildungseinsatz.

Die „Digital Natives” kommen

In einer Untersuchung mit dem Titel „Internet Technologies for an Engaging Classroom” (ITEC) der Europäischen Kommission gaben Schüler in verschiedenen europäischen Staaten an, dass sie sich schülergerechtere und gemeinsamere Lernansätze als das aktuelle Modell des vom Lehrer geführten Unterrichts wünschen.

Die Schüler hoben die folgenden Lernstile besonders hervor (sie lassen sich alle über die verfügbaren Technologien realisieren):

  • Spielebasiertes Lernen
  • Spielen
  • Projekt- und forschungsbasiertes Lernen
  • Arbeit in Schülerteams
  • Verständnis der außerschulischen Interessen der Schüler durch die Lehrer und Einbindung dieser Interessen

Eine andere Sichtweise der Lehrer

Der ICILS International Report zeigt, dass die befragten Lehrer in der EU dem Einsatz der IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) beim Lernen generell positiv gegenüberstehen. Ich habe bei meinen eigenen Nachforschungen jedoch auch festgestellt, dass sich die Erwartungen der Lehrer an den Einsatz und die Integration der Technologie deutlich von denen der Schüler unterscheiden.
In der ICILS-Studie empfanden die Lehrer die technologischen Möglichkeiten für den Zugriff und die Verwaltung von Informationen beispielsweise als besonders positiv.
Die Lehrer gaben an, dass die „nützlichsten” Technologien diejenigen seien, die das traditionelle vom Lehrer geführte Lernmodell unterstützen, beispielsweise Projektoren.
Die Lehrer stehen außerdem möglichen Lernbeschränkungen beim technologiebasierten Lernen sehr kritisch gegenüber. Zwar herrscht generell eine positive Einstellung zum Thema Technologie im Klassenraum, doch die Untersuchung stellt auch Folgendes fest:

  • „Die Lehrer stehen möglichen negativen Aspekten, beispielsweise dem Lernerfolg in den Bereichen Rechtschreibung und Mathematik, sehr sensibel gegenüber.“
  • „Die komplexeren Lernbereiche, beispielsweise die Entwicklung sozialer Fähigkeiten, wurden am häufigsten als ungeeignet eingestuft.“
  • „Mit Ausnahme von Dänemark waren die Lehrer in den teilnehmenden europäischen Ländern der Meinung, dass die persönliche Kommunikation unter den Schülern negativ beeinflusst wird.“

Die Untersuchung lieferte außerdem einige weitere praktische Erkenntnisse:

  • „Die Lehrer sehen den langfristigen Nutzen des Einsatzes von Technologie. Sie nehmen jedoch vor allem die kurzfristige Mehrbelastung wahr.“
  • „Für mehr als 25 Prozent der Lehrer ist es noch immer schwierig, neue Technologien in ihre Lehrmethoden einzubinden. Der Großteil der befragten Lehrer wünscht sich weitere Schulungen zur Nutzung von Technologie im Klassenraum.“

Wer hat den besten Einblick?

Ich als „Digital Native” bin der Meinung, dass Technologie große potenzielle Mehrwerte für Lehrer und Schüler bietet. Mein Eindruck ist, dass dies fast alle Beteiligten genauso sehen.
Als Entscheider in einem Technologieunternehmen, das auch im Bildungsbereich aktiv ist, stelle ich fest, dass wir noch besser werden müssen. Müssen wir also möglicherweise noch intuitivere Technologien entwickeln? Oder sollten wir Lehrer besser unterstützen, damit sie sich zutrauen, Technologie vermehrt in ihren Unterricht zu integrieren?

Weitere Informationen zu Lösungen von Epson für Bildungseinrichtungen finden Sie hier.