Moverio im Museum

Die Epson Smart Glass-Reihe BT-200 wird nicht nur erfolgreich im B2B-Markt eingesetzt, sondern etabliert sich auch Schritt für Schritt im Consumer-Bereich wie Kultur und Tourismus.

Moverio im Museum

Moverio im Museum

Einsatz von Epson Smart glasses in Kultur und Tourismus

In diesem Interview gibt Antonio Scuderi einen Einblick in Anwendungen der Multimedia-Brillentechnologie Moverio im Kultur- und Tourismus-Bereich. Scuderi ist Mitbegründer und CEO von ARtGlass, einem italienischen Unternehmen, das sich auf Plattformen für Augmented Reality-Anwendungen (AR) im kulturellen Bereich spezialisiert hat. ARtGlass entwickelte in Zusammenarbeit mit Epson eine Augmented Reality-App, die das antike römische Forum in Brescia quasi wiederauferstehen ließ und die Besucher zurück in die Vergangenheit der römischen Republik versetzte. Heute liegt unser Augenmerk auf einer neuen Augmented Reality-App von ARtGlass: Es geht dabei um Pisa und die Piazza dei Miracoli.  

Wie kam es zur Gründung von ARtGlass?
Antonio Scuderi: ARtGlass entstand im November 2013 auf Initiative der Culture Capital Group. Sie hat sich auf die Entwicklung kultureller und kreativer Unternehmen konzentriert und steht diesen als Partner mit Kenntnissen in Technologie und der Einführung von digitalen Services zur Seite. Im Mai 2014 stellte ARtGlass als erstes Unternehmen weltweit für die Kunsthalle von San Gimignano im italienischen Siena eine Augmented Reality-App für tragbare Geräte vor.

Woher stammt die Idee, Augmented Reality im kulturellen Bereich zu verwenden?
Antonio Scuderi: Aus einem guten Verständnis des Marktes, der Technologie und einem Wissen um die Wünsche von Besuchern kultureller Orte. Insbesondere jüngere Besucher wünschen sich Tools und Sprachen, die ihrer eigenen Welt näher sind, um kulturelle Orte besser verstehen zu können.

Wie kam es, dass Sie die Moverio für das Projekt ausgewählt haben?
Antonio Scuderi: An die Moverio BT-200 haben wir von Beginn an gedacht, weil sie einfach zu bedienen ist und für eine spektakuläre und dennoch bequeme Darstellung sorgt. Das Tool ist robust und wird jedes Jahr von hunderten Personen verwendet. Die Zusammenarbeit mit Epson war von Anfang an produktiv und effektiv. Wir konzentrierten uns von Beginn an auf die Entwicklung der App und haben hier die partnerschaftliche Unterstützung von Epson erhalten.

Wie funktioniert die App?
Antonio Scuderi: Unser Tool ist streng genommen keine App, sondern eine patentierte Plattform, die auf Augmented Reality für kulturelle Güter spezialisiert ist. Das fertige Produkt kann als App für einen bestimmten kulturellen Standort verstanden werden. Diese Beschreibung ist nicht ganz vollständig, da sie mir ein wenig zu statisch anmutet. Wichtig zu wissen ist, dass das Produkt dynamisch aktualisiert wird, sobald die Plattform hinsichtlich Technologie und Inhalt weiterentwickelt wird.

Was wird durch die Moverio auf der „Piazza dei Miracoli“ in Pisa „wieder zum Leben erweckt“?
Antonio Scuderi: Die Besucher können die Geschichte der Piazza und weitere Informationen zur Piazza abrufen, die als Augmented Reality-Inhalte in Form von Charakteren wie zum Beispiel Galileo oder als Videos, 3D-Modelle, Animationen und digitale Infografiken über die Moverio angezeigt werden. Es ist sehr einfach: Man bucht seinen Besuch und holt dann die Moverio-Brille am Informationsstand der Piazza dei Miracoli ab. Bald wird es auch möglich sein, Fotos mit der Moverio aufzunehmen und auf Social-Media-Profilen zu veröffentlichen oder sie in Form von individuellem Merchandising zu drucken, um Besuchern ein neues, realistisches und technologisches kulturelles Erlebnis zu bieten.

Gibt es neben dem römischen Forum in Brescia und der Piazza dei Miracoli in Pisa noch andere Projekte, von denen Sie uns erzählen möchten?
Antonio Scuderi: Wir haben viele Installationen vorgenommen – zum Beispiel im Rossini Museum in Pesaro, auf der Palazzo Steri in Palermo und in der Bezirksbibliothek von Lugano. Seit dem 1. Februar 2016 ist die Moverio in der Villa Reale in Monza wesentlicher Bestandteil eines Besuchs des Piano Nobile.

Wie stellen Sie sich die Zukunft tragbarer Technologien vor – insbesondere im Hinblick auf Smart Glasses?
Antonio Scuderi: Unweigerlich wird die Nutzung von smarten Brillen mehr und mehr mit sehr spezifischen Anforderungen und vertikalen Märkten verknüpft sein. Anwendungen sehe ich also im B2B-Bereich. Anwendungen im Consumer-Markt sind derzeit noch nicht sehr verbreitet. 

Gibt es AR-Funktionen, die Sie testen möchten? Oder Apps, die Sie entwickeln möchten?
Antonio Scuderi: Wir entwickeln unser Produkt stets weiter. Besonders faszinierend finde ich die Entwicklung einzigartiger interaktiver Funktionen, die Menschen für den Besuch von Kulturstätten begeistern könnten – zum Beispiel durch Einbindung der Menschen in den Ort oder interaktive Spiele.