Matthew Ford über das Making Of von #LewisGetsInked

Matthew Ford über das Making Of von #LewisGetsInked

Matthew Ford, Fotograf, Freiberufler
Bereits im Alter von 23 Jahren arbeitete Matthew Ford für die Sunday Times und fotografierte Politiker sowie andere einflussreiche Personen. Zu den umfangreichen Fotoarbeiten von Matthew Ford zählen sowohl Dokumentationen von Hungersnöten in Äthiopien als auch Fotos von Paul McCartney auf Tour. Jedes seiner Projekte zeigt seine einzigartige Sichtweise und sein Talent für das Erzählen von Geschichten in Bildern.

Was war Ihre Aufgabe bei der Produktion dieses Films?
Matthew Ford: Ich habe dokumentiert, was hinter den Kulissen geschah. Für viele Aufnahmen habe ich eine Nikon D750 verwendet. Sie bietet die perfekte Balance zwischen Lichtempfindlichkeit und Auflösung. Für die Actionaufnahmen hatten wir eine High-Speed-Kamera im Einsatz, die neue Nikon D5. Sie kann 14 Aufnahmen pro Sekunde machen. Der gesamte Vorgang vom Beginn des Ausschüttens bis zum Verspritzen der Farbe dauerte vielleicht drei oder vier Sekunden, sodass ich fast 50 Bilder in dieser Zeit machen konnte.
 

Was hat Ihnen bei der Herstellung dieses Films am meisten Spaß gemacht?
Matthew Ford: Es gab viel Action und das Set sah aus wie bei einer teuren Hollywood-Produktion.
 

Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrer Arbeit?
Matthew Ford: Die Abwechslung. Ich kann von einer Arbeit wie dieser zu Fotojournalismus in Afrika wechseln. Das ist mein Ding: Dokumentarfilme. Ich mag das Rohe daran.

Was sind die schwierigsten Bereiche Ihres Jobs?
Matthew Ford: Die langen Tage. Man kann von sechs Uhr morgens bis Mitternacht arbeiten. Wenn man zu einer bestimmten Zeit zuhause sein möchte, um beispielsweise seine Lieblingssendung zu sehen, dann ist dieser Job nichts für einen. Feste Arbeitszeiten, etwa von neun bis fünf, gibt es in diesem Beruf nicht. Wenn man aber mit Leidenschaft dabei ist, dann fühlt es sich auch nicht wie Arbeit an.

Was war das interessanteste Projekt, an dem Sie bislang gearbeitet haben?
Matthew Ford: Vor kurzem? Kommerziell? Dieses! Das Studio war riesig. Es hatte die Größe eines Zeppelinhangars und wir durften Tinte über den weltbesten Rennfahrer gießen.

Während meiner Laufbahn habe ich Hungersnöte, Konflikte und den Fall der Berliner Mauer dokumentiert. Als Fotojournalist sieht man das Leben aus einer anderen Perspektive. Aber Gefahr bedeutet nicht unbedingt auch interessant. Die meisten interessanten Dinge im Leben geschehen am Rand eines Ereignisses. Sie passieren in den Seitenstraßen, nicht auf den großen Plätzen. Nach den echten menschlichen Geschichten muss man suchen.

Außerdem mache ich gerade eine Dokumentation über den Playboy-Club in den Sechzigern. Das wird mich nach Amerika, in die Schweiz und nach Saudi-Arabien führen und sehr spannend werden –die Jahre des Glamours.

Wie sind Sie in die Branche eingestiegen?
Matthew Ford: Ich war auf einem College für Kunst und als Legastheniker schreibe ich Dinge nicht gerne auf. Ich komme aus einer künstlerischen Familie, bekam meine erste Kamera mit 14, und das war's. Nach der Schule studierte ich Fotografie und Film. Ich verließ die Uni wegen der Hungersnot in Afrika. Ich wollte Fotojournalist werden, deshalb packte ich mit 19 Jahren meinen Rucksack und fuhr per Anhalter nach Äthiopien. Es herrschte Krieg. Das war noch vor der Hungersnot, mit der sich dann Live Aid beschäftigte. Ich dokumentierte die Flüchtlingsrouten und die Lager in Äthiopien sowie im Sudan. Das dauerte ungefähr sechs Wochen. Ich hatte keinen Kontakt zu irgendjemandem zuhause, weswegen man mich für vermisst hielt. Als ich zurückkam, wurde ich von einer Nachrichtenagentur angeworben. Mit 23 arbeitete ich für die Sunday Times.

Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der in die Kreativbranche einsteigen möchte?
Matthew Ford: Um Aufmerksamkeit zu bekommen, muss man etwas Großes und Originelles machen. Auf YouTube und im Internet gibt es haufenweise Material. Die Auswahl ist riesig, aber irgendwie muss man sich bemerkbar machen.

Zu Anfang arbeitet man viel für sehr wenig. Vielleicht muss man Kaffee kochen und Besorgungen ausführen. Um aufzusteigen, sollte man sich außerdem vorbereiten. Viele Leute in der Branche sind genau so vorgegangen. Der Trick ist, nicht darauf zu warten, bis einem jemand Arbeit gibt, man muss hinausgehen und sie finden. Man sollte eigene Ideen einbringen: „Was ist hiermit, was ist damit?“ Man muss sich aktiv in die kreativen Gespräche einbringen.

Als Fotojournalist arbeitet man viel allein, daher muss man sehr eigenständig und einfallsreich sein, eigene Ideen entwickeln. Darüber hinaus muss man es schaffen, mit sich selbst klarzukommen.

Es ist harte Arbeit und viele Leute wissen nicht, was harte Arbeit wirklich bedeutet. Sie möchten spätestens um sechs Uhr Feierabend machen. Man muss in diesem Beruf oft früh anfangen und lange aufbleiben, aber es ist ein interessanter Beruf, Reisen inbegriffen.

Eine Freundin von mir mag die Sahara. Also hat sie ein Reiseunternehmen gegründet, das auf Wüstentouren in der ganzen Welt spezialisiert ist. Sie hat einen Weg gefunden, etwas zu tun, was sie gerne tut. Wenn man die Sonne mag, sollte man kein Pinguinwissenschaftler werden!

Weiterführende Informationen: 

Kampagnenvideo
Behind the Scences