#LewisGetsInked - Making Of

#LewisGetsInked - Making Of

Making Of

Das neue Epson Video mit Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton in der Hauptrolle und dem neuen EcoTank Drucker von Epson ist live. Hinter den Kulissen von #LewisGetsInked haben wir mit Sean Harland, dem Leiter Special-Effects bei Machine Shop, gesprochen. Das Team ist bekannt für originelle und aufregende Ideen und ganz besonders für live durchgeführte Effekte mit Flüssigkeiten.
 

Welche Rolle haben Sie bei der Produktion dieses Films gespielt?

Sean Harland: Ich war mit der Planung, dem Testen und der Durchführung der Spezialeffekte für den Film betraut. Wir haben verschiedene Methoden verwendet, um Flüssigkeiten auf Lewis Hamilton zu schütten. Darunter waren auch ein großes Ölfass mit etwa 100 Litern Flüssigkeit für die Hauptaufnahme und ein paar kleinere in Zyan, Magenta und Gelb. So etwas in der Art haben wir bereits gemacht und normalerweise wird es „Goo“ genannt. Bei dieser Aufnahme ging es um Tinte. Wir haben schon fast die gesamte Fußballmannschaft von Chelsea eingetunkt und es gab auch ein Projekt für Nickelodeon mit einigen großen Stars.

Außerdem musste der Drucker Papier mit sehr hoher Geschwindigkeit auswerfen, um das Papiergestöber um Lewis Hamilton herum hinzukriegen. Ich bekam den Drucker, um ihn entsprechend umzubauen. Zunächst löste ich alle Schrauben sehr sorgfältig, bemerkte dann aber, dass im Gerät überhaupt kein Platz war. Also kam eine Säge zum Einsatz …

Im Allgemeinen würde ich meine Rolle als Problemlöser beschreiben. Jede Woche ist anders und man lernt dabei viel. Das hat allerdings auch etwas Seltsames, denn das meiste davon wird nie wieder gebraucht. Die praktische Arbeit ist aber nur ein Teil meines Jobs, ich entwickle außerdem auch Dinge auf dem Computer mit CAD und SolidWorks.
 

Was hat Ihnen bei der Arbeit an diesem Film am meisten Spaß gemacht?

Sean Harland: Das Eintunken von Lewis Hamilton, weil man bei Berühmtheiten nie weiß, wie sie reagieren werden. Mit Lewis Hamilton zu arbeiten war großartig. Er hat den Kern der Sache, um den es uns ging, absolut erfasst. Nach der Aufnahme machte er sogar Goo-Engel auf dem Fußboden. Vielleicht ist Formel-1-Star gar nicht sein großer Traumjob, sondern eher mit klebrigem Zeug überschüttet zu werden!
 

Was sind die besten und die schwierigsten Bereiche Ihres Jobs?

Sean Harland: Wenn man weiß, dass man gute Arbeit geleistet hat und dass alle zufrieden sind. Es kann nervenaufreibend sein. Andere Leute arbeiten mit Werkzeug nach Branchenstandard: Die Kamera, die Objektive, die Ständer, die Lampen... Diese Sachen funktionieren und wenn sie nicht funktionieren, holt man sich Ersatz. Wir müssen unsere Sachen mit eingeschränktem Budget in kurzer Zeit selbst bauen. Man steht also immer unter Druck und vor der Frage, ob es auch wirklich funktionieren wird. Es gibt nichts Schlimmeres, als etwas Anfälliges zu bauen. Man bekommt aber nie die Chance, es perfekt zu machen, das meiste wird nur für einen einzigen Tag gebaut.
 

Was war der gefährlichste Stunt, an dem Sie mitgearbeitet haben?

Sean Harland: Ich habe eine coole Aufnahme für Harry Hill für Professor Branestawm gemacht. Es war eine Weihnachtssendung mit einem Stuntman auf einem Fahrrad, der in eine Glasscheibe fahren sollte, die von zwei Männern getragen wurde, von denen einer Pyrotechnik an der Unterseite der Scheibe trug.

Ich musste die Detonation auslösen – nicht zu früh, damit nicht offensichtlich war, dass der Radfahrer sie gar nicht wirklich getroffen hatte, und nicht zu spät, damit er nicht tatsächlich in die Glasscheibe fuhr. Es hat funktioniert und sah brillant aus. Aber das ist nicht das lebensgefährliche Zeug, was die Leute in Spielfilmen machen. Es gibt weitaus gefährlichere Stunts.
 

Wer passt zu dieser Art von Arbeit?

Sean Harland: Das kommt ganz darauf an. Manche Leute kümmern sich nur um die Pyro, weil sie so gerne Sachen in die Luft jagen. Ich sehe mich selbst als Problemlöser – ich stelle Sachen her. Ich mag das ungewisse Element und die Frage, ob man es wirklich schaffen kann. Man muss schnell eine Lösung finden und sie dann auch praktisch umsetzen. Manchmal ist es sehr anstrengend, aber meistens ist es sehr befriedigend, Dinge ans Laufen zu kriegen und dann auf dem Set zu hören: „Oh, wow! Das ist brillant.“
 

Wie haben Sie den Einstieg in die Branche gefunden?

Sean Harland: Ich habe einen Grundkurs in Kunst und Design absolviert. Zunächst wollte ich animieren, doch mein Tutor gab mir einen harten, aber guten Ratschlag. Er meinte: „Du bist gut im Zeichnen, aber nicht der Beste. Aber worin du wirklich gut bist, das ist Dinge herzustellen.“ Er erzählte mir von einem Lehrgang an der Hertfordshire University über Modelldesign und Special Effects. In meinem zweiten Jahr machte ich ein Praktikum bei Machine Shop und dort bin ich jetzt noch. Würde ich einen Abschluss machen, könnte ich zurückkehren und würde sofort einen Job bekommen. Es hat alles funktioniert.
 

Was ist das interessanteste Projekt, an dem Sie mitgearbeitet haben?

Sean Harland: Das war für Schwartz Spices. Es war eine Aufnahme in Superzeitlupe von einem explodierenden Sack mit Gewürzen, im Hintergrund lief Musik. Da es Zeitlupe war, mussten alle Explosionen innerhalb von einer halben Sekunde stattfinden. Unser Elektronikspezialist entwickelte ein Auslösersystem, das Pyros Millisekunden voneinander getrennt abfeuern konnte. Ich kümmerte mich um die anderen Teile. Wenn die Pyro ausgelöst wurde, flog alles in die Luft und setzte sich auf der Haut ab. Ich musste die richtige Größe für den Eimer herausfinden, damit er nicht explodierte, aber genug Kraft hatte, um die Gewürze in die Luft zu blasen. Und ich musste alle Zutaten wiegen, damit alles auf der richtigen Höhe endete. Wir gingen ans Set und alles funktionierte. Es war außerdem auch eine Motion-Control-Aufnahme, sodass wir die Explosionen mit einer Kamera an einem Roboterarm synchronisieren mussten. Uns gelang jede Einstellung beim ersten Versuch.
 

Welchen Ratschlag würden Sie jemandem geben, der in der kreativen Branche anfangen möchte?

Sean Harland: Bekomme einen Fuß in die Tür und arbeite an einem guten Portfolio. Ich bin den Universitätsweg gegangen, aber um ehrlich zu sein: Wenn ich mit 16 und der richtigen Einstellung einfach vor der Tür gestanden hätte, hätte das auch funktioniert. Wenn jemand noch nicht viel kann, darf er kein Vermögen erwarten, deshalb sollte man sich zu Anfang günstig anbieten und aushelfen. Obwohl ich einen Abschluss hatte, begann ich mit Aushilfsarbeiten und Kaffeekochen. Irgendwann bekommt man dann kleine Aufträge anvertraut und nach und nach wächst der eigene Wert. Eine gute Einstellung und Begeisterung sind wichtig. Die Arbeitstage sind lang. Wer sich darauf einlässt, wird gut klarkommen.

Weiterführende Informationen: 

Kampagnenvideo
Behind the Scences