Künstliche Intelligenz wird den Büroalltag revolutionieren:

Schritte zur Vorbereitung auf einen kulturellen Wandel

Künstliche Intelligenz wird den Büroalltag revolutionieren:

Der Büroalltag wird in den nächsten 10 Jahren eine massive Umgestaltung erleben, wenn die auf Freiberuflern beruhende „Gig-Economy“ mit kurzfristigen Arbeitsverträgen und ultraflexible Arbeitsplätze zunehmend zur Norm werden. Neue Technologien, wie erweiterte Realität, Roboter und künstliche Intelligenz, werden zum Alltag gehören und den Weg für eine effizientere, produktivere und ertragreichere Arbeitswelt ebnen. Der unternehmerische Alltag der Zukunft wird wahrscheinlich wenig Ähnlichkeit mit der heutigen Arbeitswelt haben und von kleineren, technologisch unterstützten Arbeitsgruppen geprägt sein, in denen Einzelne mehr leisten können.  Für viele bedeutet dies, dass sie sich auf neue Rollen vorbereiten müssen. Wir befinden uns derzeit in einer Aufbauphase, in der wir hektisch versuchen, das technologische Fundament für die Zukunft zu schaffen. Es überrascht nicht, dass bestimmte Aspekte dieses technologischen Vormarsches auch Unbehagen auslösen. Smartphones, so wird befürchtet, hindern uns daran abzuschalten, unsere Privatsphäre ist gefährdet und wir sind zunehmend Cyber-Attacken ausgesetzt. Die Tatsache, dass die Technologie sich unaufhaltsam weiterentwickeln wird und dass sich damit riesige Möglichkeiten für die Zukunft anbahnen, ist jedoch unbestreitbar.  Wir können den Fortschritt nicht aufhalten. Wie wir jedoch damit umgehen und die damit verbundenen Chancen nutzen, entscheidet darüber, wer letzten Endes konkurrenzfähig bleibt.

Ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung, darunter auch viele Führungskräfte, fühlen sich überwältigt und in mancher Hinsicht sogar bedroht. Wie können die Personalabteilung, die IT-Abteilung und Entscheidungsträger in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass neue technologische Möglichkeiten, die für den geschäftlichen Erfolg immer wichtiger werden, auf angemessene Weise erkannt und eingesetzt werden? Vor diesem Hintergrund hat Epson eine neuartige Studie durchgeführt, bei der die Einstellung europäischer Arbeitskräfte gegenüber aktuellen Trends mit Konsequenzen für das derzeitige Arbeitsumfeld ermittelt wurde. Ziel dieser Studie war, die Chancen und Herausforderungen in Zusammenhang mit diesen Trends genauer zu beleuchten. In einer Umfrage wurden mehr als 7.000 Beschäftigte in den fünf größten Wirtschaftsräumen Europas – darunter über 2.000 Mitarbeiter von Unternehmen – zu verschiedenen technologischen Trends befragt, die von 17 internationalen Industrieexperten prognostiziert wurden. Die Umfrage verdeutlicht, dass Arbeitnehmer, Arbeitgeber und andere Entscheidungsträger in nächster Zeit wichtige Entscheidungen treffen müssen. Bei diesen Entscheidungen über die Rolle von Technologie stehen die Berufschancen einzelner Arbeitnehmer, die unternehmerischen Leistungen und die internationale Konkurrenzfähigkeit auf dem Spiel. Auffällig ist dabei, wie weit die Meinungen über die möglichen Vorteile (und die vermeintlichen Gefahren) des technologischen Fortschritts in unterschiedlichen Branchen und Wirtschaftsbereichen auseinandergehen.

Ein Zeitalter der Abkoppelung?

Laut der Studie erwarten 68 % der Europäer, dass die Bindung zu einem Unternehmen aufgrund des technologischen Wandels in Zukunft schwächer sein wird. Dabei sehen 90 % der im unternehmerischen Bereich Beschäftigten „Störungen“ voraus und sind darum besorgt, wie sich Unternehmen die neuen Möglichkeiten am besten zunutze machen können. Auf welche Weise sich neue Technologien positiv auf das Arbeitsleben auswirken können, ist für viele noch unklar. Obwohl 64 % der Befragten eine positive Einstellung (Begeisterung oder Faszination) gegenüber dem erwarteten technologischen Wandel erkennen lassen, sind 22 % der Befragten der Meinung, dass ihr jeweiliges Unternehmen die Auswirkungen neuer Technologien auf ihre Branche nur ungenügend kommuniziert. Während 69 % der Befragten angeben, dass ihre Organisation über ein gutes Schulungsprogramm für Mitarbeiter zur Einführung in die Verwendung neuer Technologien verfügt, sind Arbeitgeber offensichtlich eher dazu geneigt, neues Personal einzustellen, wenn technologische Fertigkeiten erforderlich sind (67 %), als Mitarbeiter in möglicherweise redundanten Rollen umzuschulen. Nur 55 % sind der Meinung, dass ihre Arbeitgeber Umschulungen effektiv einsetzen. Trotzdem wären 67 % der Befragten bereit, sich auf eine nicht gefährdete Rolle umschulen zu lassen, und Unternehmen sollten auf jeden Fall aus dieser Bereitwilligkeit Kapital schlagen.

Für die unternehmerischen Entscheidungsträger zeichnet sich angesichts dieser Situation eine große Aufgabe ab: Sie müssen dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter engagiert bleiben und über die notwendigen Fertigkeiten verfügen, die effiziente Ergebnisse und Produktivität für die Zukunft sichern. Diese Beobachtung kommt in einer Reihe von Trends zum Ausdruck, die durch die Studie offengelegt wurden und den Arbeitsplatz, die Umwelt und die Gewohnheiten im Büroalltag betreffen:  

  • Organisatorische Umstrukturierung in großem Ausmaß:Ein sicherer Arbeitsplatz auf Lebenszeit gehört für viele bereits heute zur Vergangenheit. Der Trend zu eher kurzfristigen Karrierestufen wird sich weiter ausbreiten. Es überrascht nicht, dass 74 % der Befragten damit rechnen, dass die dauerhafte Bindung von Arbeitnehmern an ein einziges Unternehmen zunehmend zu einer Seltenheit wird und dass die beruflichen Rollen immer flexibler werden. Projektbezogene Arbeitsverhältnisse und die „Gig-Economy“ werden nach Überzeugung von 59 % der Befragten die Zukunft des professionellen Alltags bestimmen; und 71 % sind der Überzeugung, dass Mitarbeiter in Zukunft weniger auf eine bestimmte Rolle fixiert sein werden, sondern eher aufgrund ihrer Fertigkeiten eingestuft werden. Die organisatorischen Modelle ebenso wie die Personalplanung müssen entsprechend angepasst werden.

  • Globale Arbeitsplätze, virtuelle Bereiche für die Zusammenarbeit.Nach Einschätzung von 71 % der Befragten werden Besprechungen in Zukunft vollständig in virtuellen Konferenzzimmern abgehalten und Mitarbeiter, die rund um die Welt verteilt sind, werden mittels erweiterter Realität und holografischer Projektoren in Echtzeit mit ihren Teams zusammenarbeiten. Die virtuelle Zusammenarbeit und das Vertrauen auf die neue Arbeitsweise hängt entscheidend von der sorgfältigen Auswahl angemessener Technologien ab; nicht weniger wichtig ist jedoch, dass geeignete Rahmenbedingungen für die Schulung und Unterstützung der Mitarbeiter bei der Nutzung dieser neuen kooperativen Methoden geschaffen werden.

  • Erweiterte Zusammenarbeit:Durch Technologien wie erweiterte Realität (ergänzt durch Spracherkennung, semantische Analyse und Videotechnologie) zeichnet sich ein Paradigmenwechsel für die Unternehmenswelt ab, der sich auf das Management, die Kommunikation mit Kunden und die Zusammenarbeit unter Kollegen auswirken wird. Nach Angaben von 69 % der Befragten wird sich dank technologischer Hilfsmittel die Interaktion und die Zusammenarbeit verbessern und 69 % sind der Meinung, dass in Echtzeit verfügbare Übersetzungstechnologien Sprachbarrieren verschwinden lassen. Ein klares Verständnis der Möglichkeiten, die neue Technologien bieten, ist ein wichtiger erster Schritt.

  • Großraumbüros sind „out“:Die Arbeitsplätze von morgen werden sich nicht mehr in „traditionellen“ Großraumbüros befinden. Stattdessen wird die Arbeit in kleineren Büroräumen stattfinden, die an die Anforderungen einzelner Mitarbeiterteams angepasst sind. Dieser Trend wird von 66 % der Befragten vorausgesehen. In Verbindung mit dieser räumlichen Umstellung werden neue Technologien eine noch stärker von kollaborativen Projekten geprägte Arbeitskultur fördern.  Architekten und Designern kommt damit eine wichtige Funktion als Partner von Organisationen zu.

  • Wearables an der einen Hand, ein Händedruck mit der anderen:Während viele der Befragten das riesige Potential von Wearables, Robotern und erweiterter Realität für die eigene Arbeit erkennen, sind 74 % der Meinung, dass virtuelle Anwendungen kein echter Ersatz für den Kontakt von Angesicht zu Angesicht sind, wenn es darauf ankommt, gute Beziehungen aufzubauen. Unternehmen müssen die verwendeten Technologien mit Bedacht auswählen, um einerseits die Zusammenarbeit und Effizienz zu fördern und andererseits ihren Mitarbeitern die Freiheit zu lassen, in wichtigen Angelegenheiten den persönlichen Kontakt zu suchen.

Unternehmen, die frühzeitig auf die sich abzeichnenden technologischen und gesellschaftlichen Trends reagieren, befinden sich in einer besseren Ausgangsposition für die Herausforderungen der Zukunft. Dieser unvermeidliche Paradigmenwechsel in der Unternehmenskultur kann jedoch nicht isoliert erfolgen. Der Druck durch externe Einflüsse wird zunehmen und Entscheidungen auf der Vorstandsebene allein können nicht die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das volle Potenzial der technologischen Entwicklung sinnvoll unternehmensweit verwertet wird. Die Mitarbeiter von Behörden und Bildungseinrichtungen ebenso wie einzelne Arbeitnehmer müssen sich über die bevorstehenden massiven Veränderungen im Klaren sein und sich auf die gesellschaftlichen Umbrüche vorbereiten, die der rapide Technologieschub mit sich bringt.

„Unternehmen müssen eine größere Bereitschaft zeigen, sich aktiv an den gesellschaftlichen und politischen Debatten über den transformativen Wandel in den kommenden 10 Jahren zu beteiligen“, so Minoru Usui. „Neue Technologien verwandeln unsere Arbeitsumgebung und unser Leben und Epson ist unternehmensweit darum bemüht, diesen technologischen Wandel sinnvoll zu nutzen und Lösungen zu entwickeln, die effizienteres und produktiveres Arbeiten ermöglichen. Unsere Kerntechnologien – Wearable-Produkte, Robotik, Bildverarbeitungs- und Drucktechnologien – bereichern das unternehmerische Arbeitsumfeld mit neuen Möglichkeiten. Egal wieder Arbeitsplatz der Zukunft aussieht, die technologische Transformation wird sich nicht nur auf ein paar Änderungen hier und da beschränken, sondern das Leben jedes Einzelnen direkt betreffen. Ob wir diese Entwicklung in den nächsten 10 bis 20 Jahren auf verantwortliche Weise gestalten, wird entscheidende Konsequenzen für unsere Aufgabenbereiche haben.“


Informationen zur Studie

Das aus zwei Phasen bestehende Forschungsprojekt wurde von FTI Consulting durchgeführt. In Phase 1 wurden qualitative Telefoninterviews mit 17 Futuristen rund um die Welt und europäischen Experten in verschiedenen Branchen durchgeführt. Diese Gespräche, die zwischen dem 22. September und dem 19. Oktober 2016 stattfanden, dienten dazu, Erkenntnisse zu sammeln und prognostische Hypothesen dafür zu entwickeln, wie sich das Arbeitsumfeld und die Rollen der Arbeitskräfte bis zum Jahr 2025 verändern könnten. Phase 2 bestand in einer quantitativen Online-Umfrage, die von dem für Consulting & Research zuständigen Team bei FTI Consulting zwischen dem 2. -13 Dezember 2016 von dem bei FTI Consulting für Consulting & Research zuständigen Team durchgeführt wurde. Bei den Umfrageteilnehmern handelte es sich um Vollzeitbeschäftigte in fünf wichtigen Wirtschaftssektoren (Unternehmen, Produktion, Bildungsbereich, Gesundheitswesen und Einzelhandel) mit Arbeitsplätzen im Vereinigten Königreich, in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien, die in ihrer jeweiligen Landessprache befragt wurden.

Insgesamt schlossen n=7.016 Vollzeitbeschäftigte die Umfrage ab. Für die Umfrageteilnehmer, die die Umfrage vollständig abschlossen, ergab sich folgende Aufteilung: Vereinigtes Königreich: 1.329; Frankreich: 1.308; Deutschland: 1.427; Italien: 1.526; Spanien: 1.426. Die Umfrageteilnehmer, die die Umfrage vollständig abschlossen, verteilten sich dabei auf die folgenden Wirtschaftssektoren: Unternehmen: 2.051; Produktion: 1.519; Bildungsbereich: 1.090; Gesundheitswesen: 1.215; Einzelhandel: 1.139.

Für die n=7.016 vollständigen Umfragen ergibt sich eine Fehlerspanne von 3 % +/- bei einem branchenüblichen Konfidenzintervall von 95 %. Dabei ist zu beachten, dass die Werte entsprechend den üblichen Standards gerundet wurden, sodass sich für manche Werte keine Summe von 100 % ergibt.

Weitere Informationen zur Forschungsmethodologie für die Marktforschungstätigkeiten von FTI Consulting: Market.Research@fticonsulting.com

Futuristen rund um die Welt und europäische Experten, die befragt wurden

  • Jonathan Reynolds, Academic Director am Oxford Institute of Retail Management (OXIRM), Associate Professor in Retail Marketing und Deputy Dean an der Said Business School

  • Howard Saunders, Retail Futurist, Twenty Second & Fifth

  • Dave White, Leiter von Technology Enhanced Learning, University of the Arts London

  • Russel Stannard, Education Technologist und Gründer von www.teachertrainingvideos.com

  • Professor Darwin Cadwell, Forschungsleiter, Institut für Technologie in Genua (Italien) und Vorsitzender des IEEE Robotics and Automation Chapter (UKRI)

  • Professor Alain Bernard, Forschungsleiter, Laboratoire IRCCyN; Vice-President, AFPR; Vice-Chairman, WG5.1 of IFIP; und Mitglied des CIRP Council in Frankreich

  • Clive Hickman, Chief Executive, Manufacturing Technology Centre

  • Christopher Barnatt, Futurist, ExplainingTheFuture.com

  • Gerd Leonhard, Futurist, The Future Agency

  • Ben Hammersley, Journalist, Technologist, Futurist

  • Brice Le Blévennec, CEO von Emakina

  • Clinton Wingrove, HR Futurist

  • Dr. Bertalan Mesko, Futurist, Gründer von The Medical Futurist

  • Giuliano Noci, Professor

  • Richard Webber, Professor

  • Dr. Tobias Gantner, Healthcare Futurist, HealthCare Futurists GmbH

  • Mariano Corso, Scientific Officer