Gretchen Shoring über das Making Of von #LewisGetsInked

Die Produzentin Gretchen Shoring, Citizen Films, zur Entstehung des Kampagnen-Videos Lewis gets Inked

Gretchen Shoring über das Making Of von #LewisGetsInked

“Making of“

Gretchen Shoring gründete 2009 die Produktionsfirma Citizen Films. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Imagefilme von Unternehmen mit klassischem Storytelling zu verbinden. Erfahrungen sammelte sie als Produzentin und Regisseurin von TV-Serien. Shoring war insgesamt zwölf Jahre bei der BBC, bei ITV – einem Netzwerk von Fernsehsendern in Großbritannien – und dem britischen Sender Channel 5 tätig. In ihrer Freizeit engagiert sie sich ehrenamtlich für die Wohltätigkeitsorganisation ChildHope.


Sie waren in die Produktion des Filmes involviert. Welche Aufgaben haben Sie innerhalb der Produktion übernommen?

Gretchen Shoring: Als Produktionsgesellschaft sind wir nicht nur für die Produktion verantwortlich, wir dienen Epson auch als kreativer Sparringspartner. In diesem Projekt laufen bei mir die Fäden zusammen; ich bin die Ansprechpartnerin für Epson. Konkret heißt das: Ich habe das kreative Team für diese Aufgabe ausgewählt und dafür gesorgt, dass unsere besten Mitarbeiter daran arbeiten.

Ich bin die Produzentin, also diejenige, die den Leuten sagen muss, was finanziell möglich ist und was nicht. Es ist oft sehr kleinteilig und jeder erledigt seine Arbeit im Rahmen des Möglichen. Mir geht es darum, immer das Bestmögliche aus den vorhandenen Mitteln herauszuholen. Das Investment soll sich lohnen und im Ergebnis, dem fertigen Film, wiederspiegeln.
 

Wie können wir uns so eine Filmproduktion vorstellen. Wer ist zum Beispiel alles an den Aufnahmen beteiligt?

Gretchen Shoring: Wir haben einen Pool an Kreativen, mit denen wir permanent zusammenarbeiten. Das eigentliche Team wählen wir dann anhand der spezifischen Anforderungen der einzelnen Produktion aus. Um ein Beispiel zu nennen: Rina Yang, unsere Kamerafrau, ist für einen bestimmten Aufnahmestil und für eine wunderschöne, satte Beleuchtung bekannt. Dieser Stil passt perfekt zu den Vorstellungen, die wir von diesem Film hatten, daher haben wir sie für das Projekt ausgewählt.

Es mag abgedroschen klingen, aber so eine Filmproduktion läuft wie eine gut geölte Maschine. Jeder weiß ganz genau, welche Aufgabe er hat. Es erinnert ein bisschen daran, eine Kompanie zu führen. Damit alles läuft, sind viel Know-how, Arbeitseinsatz und Ressourcen erforderlich. Ich denke, das ist etwas, was wir in Großbritannien ganz hervorragend können. Die Expertise, die wir im Bereich Film, Werbung und Fernsehen verfügen, sucht meiner Meinung nach auf der Welt seinesgleichen.

Normalerweise arbeiten bei unseren größeren Drehs etwa 30 Personen am Set. An dieser Produktion waren ungefähr 50 Mitarbeiter beteiligt. Grund waren beispielsweise die Bühnenbauer, die für eine beeindruckende Kulisse verantwortlich waren, das Team für Spezialeffekte und, nicht zu vergessen, die Verantwortlichen für die Stunts.
 

Was hat Ihnen bei der Arbeit an diesem Film am meisten Spaß gemacht?

Gretchen Shoring: Ideen wie diese umzusetzen, sie mit Epson und dem Formel-1-Team von MERCEDES AMG PETRONAS abzustimmen und eine ausgezeichnete Lösung zu finden, das ist genau die Art von Arbeit, die mich fasziniert. Wir haben jedes Detail einzeln betrachtet: das Tempo, die Pointen, die Stimmigkeit des Off-Tons mit der Handlung und der Performance von Lewis Hamilton. All dies haben wir über Monate hinweg immer wieder feinjustiert.

Der andere interessante Bereich betrifft die Spezialeffekte. Wann bekommt man schon mal die Möglichkeit, einen Drucker so zu modifizieren, oder die Gelegenheit, den größten Formel-1-Star über und über mit Tinte zu überschütten? Welche Frau würde das nicht gern tun? Allein die Idee ist schon sehr außergewöhnlich. Das ist es, was dieses Projekt so interessant und unterhaltsam für alle gemacht hat.
 

Was sind die besten und was die unangenehmsten Aufgaben Ihres Jobs?

Gretchen Shoring: Der beste Teil ist die Kreativität. Ich habe lange Zeit für die BBC gearbeitet und die Möglichkeit, meine Fähigkeiten und Erfahrungen nun in die Welt der Werbung einzubringen, ist wirklich außerordentlich interessant. Es ist ein ganz anderes Arbeiten. In den meisten TV-Produktionen kommen keine unglaublichen Stunts und Computeranimationen vor. Die Budgets und Produktionswerte könnten unterschiedlicher kaum sein. Ich finde es sehr aufregend, mit den größten kreativen Köpfen Großbritanniens und zugleich mit Marken wie Epson zusammenzuarbeiten, also mit einem Team, dass jeweils in seiner Disziplin Spitzenklasse ist.

Das Unangenehmste an meiner Aufgabe ist es, auch einmal Nein sagen zu müssen. Als Verantwortliche für die Finanzen bin ich schnell einmal die „Böse“. Darüber hinaus ist es natürlich auch schwierig, alles rechtzeitig hinzubekommen. Unsere Arbeitstage sind sehr lang und im Moment spüre ich ein bisschen, dass ich älter werde.
 

Was ist das interessanteste Projekt, an dem Sie bislang gearbeitet haben, und warum?

Gretchen Shoring: Wenn ich an die BBC zurückdenke, waren Sendungen wie Crimewatch wirklich interessant. Diese Art von Dokumentationen, bei denen man die Geschichten echter Menschen erzählt, setzt sich auch in manchem fort, was wir heute machen. Zum Beispiel produzieren wir kurze Filme für „Macmillan Cancer“, eine der größten britischen Hilfsorganisationen für Krebskranke. Seitdem wir in der Werbung tätig sind, haben wir ein paar echte „Big-Budget“-Produktionen gemacht. Im letzten Jahr konnten wir viele Filme und Werbung für „Sprint“ produzieren, einem großen Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten. Einige dieser Produktionen waren sehr umfangreich, mit sehr vielen Beteiligten, die ganze Bürogebäude in Anspruch nahmen. Das waren schon sehr große, interessante und herausfordernde Projekte.
 

Wie haben Sie den Einstieg in die Branche geschafft?

Gretchen Shoring: Mein erster Job bei der BBC war Sekretärin in der Finanzabteilung – ziemlich langweilig. Aber er diente als Einstiegshilfe in die kreativere Seite des Fernsehens. Das war mein großer Durchbruch sozusagen.

Meine Familie hatte schon vorher mit Filmen zu tun: Mein Vater ist Filmtechniker, wie auch zwei meiner Brüder. Als Kind habe ich viel Zeit in Filmkulissen verbracht. In den Sommerferien habe ich für Merchant Ivory, eine Filmproduktionsgesellschaft, gearbeitet und bin als Statistin in historischen Dramen aufgetreten, zum Beispiel mit Helena Bonham Carter. Ich kenne das Filmgeschäft schon mein ganzes Leben und weiß deshalb, worum es geht.
 

Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der in die kreative Branche einsteigen möchte?

Gretchen Shoring: Ich würde sagen: Gib‘ dein Bestes, begeistere dich, biete dich an und tu, was immer erforderlich ist. Ich habe als Sekretärin begonnen, andere starten als Laufbursche. Es geht darum, einen Fuß in die Tür zu bekommen und Kontakte zu knüpfen. Vieles basiert auf gesundem Menschenverstand, wie eigentlich bei jeder Art von Arbeit. Zur Verfügung zu stehen, clever und ambitioniert zu sein, das sind für mich die wichtigsten Punkte. So jedenfalls nehme ich auch die Leute wahr, die zu uns kommen. Wenn sie bereits eine Ausbildung in unserem Bereich haben, umso besser – wenn nicht, hilft Begeisterung für unsere Arbeit auf jeden Fall weiter.

Weiterführende Informationen: 

Kampagnenvideo
Behind the Scences