Digigraphie-Interviewreihe: Jürg Stauffer – Gewinner des Epson Digigraphie-Fotowettbewerbs, Kategorie „Natur abstrakt“

Digigraphie-Interviewreihe: Jürg Stauffer – Gewinner des Epson Digigraphie-Fotowettbewerbs, Kategorie „Natur abstrakt“

Bild: Frank Becker

Digigraphie-Interviewreihe: Jürg Stauffer – Gewinner des Epson Digigraphie-Fotowettbewerbs, Kategorie „Natur abstrakt“

Im Rahmen einer Interviewreihe rund um die Digigraphie spricht Epson mit Fotografen über ihre Arbeit, aktuelle Lieblingsprojekte, über digitale und gedruckte Bilder.

Heute begrüßen wir Jürg Stauffer, Fotograf aus Langenthal in der Schweiz. Jürg Stauffer ist Gewinner des Digigraphie-Fotowettbewerbs von Epson in der Kategorie „Natur abstrakt“. Nach seiner Ausbildung zum Fotografen arbeitete er unter anderem am Zoologischen Museum der Universität Zürich. Als Fotograf liegen seine Schwerpunkte in der Landschafts-, Architektur- und Reportagenfotografie sowie bei Sachaufnahmen.

Wie haben Sie von dem Epson Fotowettbewerb erfahren und was hat Sie ermutigt, daran teilzunehmen?
Ich habe im Newsletter von fotointern.ch von dem Digigraphie-Fotowettbewerb gelesen. Ich wusste sofort, dass meine Strandbilder eine gute Arbeit sind und zu diesem Thema passen.

Was thematisieren Ihre Bilder, die in der Ausstellung zu sehen sind?
Die Aufnahmen waren nicht geplant. Sie sind im Urlaub auf Sansibar entstanden. Dort waren wir an einem schneeweißen Strand mit ganz feinem Sand und Palmen – ein richtiges Tropenparadies. Der Strand war eigentlich sehr sauber. An ein paar Abschnitten habe ich allerdings das Strandgut entdeckt. Es war sehr gut zu sehen, sah aber jeden Tag anders aus: Durch das Meer wurde es immer wieder mit dem Sand überspült und dann wieder freigelegt. Mir fiel sofort auf, dass es sehr grafische Objekte waren, denn sie erschienen fast zweidimensional. Dazu schien das grelle Licht der Mittagssonne, sodass es keine Schatten gab. Das hat mich fasziniert. Zuerst dachte ich, dass es sich um organische Materialen handelt. Dann entdeckte ich, dass das meiste Plastik oder Textilien waren. Es war einfach Müll – der übliche Dreck, den das Meer anspült. Das habe ich fotografiert, die Bilder sind im Anschluss kaum bearbeitet worden.

Haben Sie die Motive gestellt oder haben Sie sie so vorgefunden?
Es war ein Entdecken. Als ich die Strukturen gesehen habe, habe ich angefangen zu fotografieren und nicht mehr aufgehört. Es ist eine Arbeit aus dem Moment heraus, die zeigt, dass man mit einfachen Mitteln gute Arbeiten machen kann – wenn man bereit ist, die Motive in der Natur zu finden.

Sie haben seit mehr als dreißig Jahren ein eigenes Atelier. Hat sich die Fotografie in dieser Zeit verändert und wie hat sich dies auf Ihre eigene Arbeit ausgewirkt?
Ich bin natürlich mit der analogen Fotografie groß geworden. Neben meinem Atelier habe ich über lange Zeit eine Anstellung als Museumsfotograf in Zürich gehabt. Zudem hatte ich ein Schwarz-Weiß Labor. Ich habe irgendwann gemerkt, dass sich das Digitale durchsetzen wird. Dadurch hat die Fotografie für mich heute keinerlei Beweiskraft mehr. Einem Foto sieht man nicht mehr an, ob das Dargestellte auch wirklich existiert – es kann alles „gefaked“ sein. Früher wurden natürlich auch Bilder montiert, aber heute ist es unmöglich, die Wahrheit einer Fotografie zu erkennen. Das war für mich schon ziemlich schwierig. Die digitale Fotografie hat aber auch viele Vorteile, allen voran die sofortige Kontrolle und heute eine hohe Qualität.

Können Sie uns etwas über Ihre vergangenen Ausstellungen erzählen?
Ich hatte bisher noch nicht viele eigene Ausstellungen. Ich habe oft die Bilder zu Themenausstellungen im Bereich Archäologie und Zoologie geliefert, mich aber in der Regel mehr um die Konzeption und Produktion gekümmert. Ausgestellt habe ich zum Beispiel im Zusammenhang mit meinen Arbeiten für die REVUE Schweiz – hier handelte es sich vor allem um Landschaftsfotografien. Vor einigen Jahren habe ich auch bei einer großen Ausstellung von Fotografen des Jurasüdfuss mitgemacht. 2014 hatte ich außerdem eine Einzelausstellung im Zoologischen Museum der Universität Zürich, in der ich mich und meine Arbeit in einer Sonderausstellung präsentieren durfte. Einen Großteil der Bilder habe ich dafür selbst mit meinem Epson Stylus Pro 7900 gedruckt.

Welchen Wert hat für Sie das gedruckte Bild?
Ich bin kein Kunstfotograf, ich verstehe mich als Handwerker. Ich finde es dennoch toll, meine Bilder auch einmal anders zu präsentieren. Als Büchermensch liebe ich zudem die gedruckten Bilder in Büchern. Für meine große Ausstellung in Zürich habe ich beispielsweise auch die Rahmen selbst entwickelt. Die Gesamterscheinung der Ausstellung war mir sehr wichtig. Was die Wahl der Materialen angeht, bin ich ein Pragmatiker. Wenn ich fotografiere, weiß ich genau, wofür ich fotografiere. Erscheint das Bild auf einer Website, ist es ein anderes, als wenn ich es im Großformat produzieren möchte oder es in einem Buch erscheinen soll.

Ihre Werke in Zingst wurden mit dem Digigraphie-Verfahren produziert, wie ist Ihr Eindruck?
Die Fotos wurden wunderbar gedruckt. Verwendet wurde schließlich das Epson Cold Press Natural Papier. Dabei handelt es sich um weißes Papier mit einer leicht strukturierten Oberfläche. Diese Struktur entspricht ganz dem Bildinhalt mit dem feinen Sand. Das wurde von den Besuchern sehr bewundert. Dass die Farben ausgezeichnet dargestellt werden, hat mich nicht verwundert, da ich selber Epson Tinten verwende und sehr gute Erfahrungen damit habe.
Die Präsentation mit einem weißen Bildrand ohne Rahmen entspricht ganz meinen Wünschen: hell, weit, die vor die Fenster gehängten Fotos wirken fast wie durchleuchtet. Der sehr grafische Charakter der Bilder kommt schön zu Geltung. Es war dann auch eine der häufigsten Fragen: Ob ich wirklich nicht mit dem Pinsel, mit Photoshop oder schon bei der Aufnahme irgendwie nachgeholfen hätte – habe ich nicht.

Können Sie uns schon von ihrem nächsten Projekt berichten?
Ich arbeite an der Gestaltung einer Ausstellung über Archäologie. Dabei handelt es sich um eine Dauerausstellung, für die ich selbst beispielsweise Aufnahmen von Grabhügeln, Wallgräben und Burgen im Kanton Solothurn machen werde.
In meiner Freizeit fotografiere ich Kulturlandschaften, zum Beispiel Trockenmauern von Lawinenverbauungen und Terrassenlandschaften. Das ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt – der Übergang von der bearbeiteten Landschaft zur Natur. Es gibt weltweit kaum noch wirkliche Naturlandschaften, alles ist beeinflusst vom Menschen.

Epson bietet mit der Digigraphie ein Gütesiegel, das Künstlern, Galerien, Museen und Kunstsammlern Qualität und Sicherheit bei Kunstwerken garantiert. Digigraphie beschreibt dabei ein zertifiziertes Verfahren für den digitalen Kunstdruck. Digitale Werke wie z.B. Fotografien werden unter strengen einheitlichen Produktionsstandards in limitierter Auflage gedruckt und durch den Künstler legitimiert. Mit der Epson Digigraphie wird sichergestellt, dass Kunstwerke in naturgetreuer Qualität und mit einer Lebensdauer von bis zu 100 Jahren ausgegeben werden. Indem der Künstler jedem einzelnen Druck mit Hilfe eines speziellen Prägestempels ein Gütesiegel verleiht, ihn nummeriert, signiert und damit autorisiert, erhalten Kunstliebhaber die Gewissheit, dass es sich bei ihrem Kauf entweder um ein vom Künstler gefertigtes Werk oder um eine autorisierte Reproduktion auf höchstem Niveau handelt. Auf diese Weise lassen sich Plagiate ausschließen.

Das Digigraphie-Verfahren, hat sich seit der Einführung im Jahr 2003 zu einem weltweiten Qualitätsstandard entwickelt. Angeboten wird „Digigraphie by Epson“ mittlerweile in ausgewählten Laboren in über 40 Ländern.