Digigraphie Interviewreihe: Das Besondere der Tropfenfotografie

Digigraphie Interviewreihe: Das Besondere der Tropfenfotografie

(Photo: H. Heinrichs)

Im Rahmen einer Interviewreihe rund um die Digigraphie spricht Epson mit Fotografen und Digigraphie-Künstlern über ihre Arbeit, aktuelle Lieblingsprojekte, über digitale und gedruckte Bilder.

Heute begrüßen wir Dieter Kurth, Tropfenkünstler aus Düren. Dieter Kurth ist Serviceleiter beim Epson im Bereich Industrieroboter. Seit 2014 widmet er sich in seiner Freizeit der Tropfenfotografie. Seine Bilder waren bereits im Rahmen vieler regionaler Ausstellungen, des Umweltfotofestivals „horizonte zingst“ sowie der Photokina zu sehen.

Herr Kurth, Sie haben sich auf den Bereich der Tropfenfotografie spezialisiert. Erzählen Sie uns doch einmal kurz, wie Sie dazu gekommen sind?

In meiner Freizeit habe ich schon immer gern fotografiert. Dank der Tropfenfotografie habe ich die Faszination der Makrofotografie kennen und das Festhalten eines Augenblicks schätzen gelernt. Nachdem ich das erste Tropfenbild gesehen habe, wusste ich, dass ich dies auch können möchte. Es ist sicherlich eine Lücke in der Fotografie, die nicht jeder schließen kann. Diese Art der Fotografie ist unabhängig von Licht, Schatten und Wetter. Ich kann mich meiner Kunst bei Regen und Sonnenschein widmen. Ein weiterer spannender Aspekt ist die Einmaligkeit jedes Tropfens. Es wird nie möglich sein, einen Tropfen nochmals genau gleich abzulichten, denn Viskosität, Temperatur und Luftfeuchte spielen eine wichtige Rolle. Es fasziniert mich immer wieder, die entstandenen Skulpturen im Blitzlicht zu betrachten, um dann mögliche Parametern zu verändern.

Was sind die technischen Voraussetzungen für die Tropfenfotografie und wie entsteht das Bild?

Einsteiger fangen in der Regel mit einem Infusionsbesteck an, das sich insbesondere für sogenannte TATs (Tropfen auf Tropfen) eignet. Hierbei stellt der Fotograf über einen Regler am Infusionsbesteck die Geschwindigkeit des fallenden Tropfens ein. Der erste Tropfen schlägt auf der Wasseroberfläche auf, wird hochkatapultiert und der zweite Tropfen fällt hinterher. Dabei entstehen in den meisten Fällen pilzförmige Figuren. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit zwei verschiedenen Farben zu arbeiten. Der erste Tropfen, der runterfällt, ist dann zum Beispiel gelb und der Tropfen, der obendrauf gesetzt wird, blau. Dafür benötigt der Fotograf allerdings zwei Infusionsbestecke – für jede Farbe eins. Da hier die Einstellmöglichkeiten sehr begrenzt sind, nutzen Tropfenfotografen mit mehr Erfahrung die Ventiltechnik mit elektronischen Controllern. Hierbei werden mehrere Ventile angesteuert und Zeiten vorgegeben, wie lange diese Ventile Wasser durchlassen. So kann das erste Ventil zum Beispiel 100 Millisekunden nach dem Startsignal das Wasser für dreißig Millisekunden durchlassen. Das Zweite öffnet dann erst nach 120 Millisekunden und lässt das Wasser beispielsweise für vierzig Millisekunden durch – abhängig davon wie dick der Tropfen sein soll. Ab jetzt ist es wichtig, die Zeit für die Auslösung der Kamera beziehungsweise des Blitzes einzustellen.

Welche speziellen Herausforderungen birgt die Tropfenfotografie?

Die Blitze „frieren“ beim Fotografieren die Tropfen ein. Ich arbeite in meiner Applikation mit fünf bis zehn Blitzen, deren Positionierung durchaus mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Wichtig ist, dass die Geräte alle aus der gleichen Serie kommen, damit sie wirklich synchron sind und zeitgleich blitzen. Ansonsten kann es passieren, dass zum Beispiel blaue Farbränder am Pilz beziehungsweise am TAT entstehen. Der Sensor der Kamera wird dann zwei Bilder aufnehmen, da das zweite Blitzlicht zeitversetzt auslöst – nämlich dann, wenn die Wassersäule im Verglich zum ersten Blitzlicht ein Stück gefallen ist. Es kommt zu der sogenannten Doppelbelichtung. Die Blitzlichter gestalten die Farbe des Bildes mittels Farbfolien, sofern das Tropfenwasser vorher nicht eingefärbt wurde.

Das Wasser, das ich nutze, ist mit Guakernmehl angedickt und danach filtriert, Zuckerwasser verklebt die Ventile zu sehr. Das verdickte Wasser fällt dann in normales Leitungswasser. Mit jedem Tropfen, der in dieses Wasser gefallen ist, verändert sich auch die Oberflächenspannung.

Wie digital arbeiten Sie und welche Bedeutung hat das gedruckte Bild?

Meine Werke werden im Nachgang lediglich von Wasserspritzern befreit, die durch das Eindringen in das Medium Wasser entstanden sind. Für mich ist es sehr wichtig, dass das gedruckte Bild die Momentaufnahme farbgetreu wiedergibt und das auch auf lange Zeit diese Qualität erhalten bleibt. Hier habe ich mich mit den unterschiedlichen Möglichkeiten (Internetdruck, Printshops und ähnlichem) wie auch mit unterschiedlichen Medien auseinandergesetzt. Zu guter Letzt bin ich dazu übergegangen meine Werke selber auf speziellen Medien auszudrucken. Für den Betrachter ist diese Qualität auch sofort wahrnehmbar. Kunst liegt immer im Auge des Betrachters und damit auch die Entscheidung welches Kunstwerk ihn fasziniert, welche Emotionen es hervorruft. Es freut mich, wenn ich beim Kunstliebhaber die gleiche Faszination feststellen kann, wie ich diese bei der Entstehung des Werkes erlebt habe.

Thema Digigraphie: Wie setzen Sie Digigraphie bei Ihrer täglichen Arbeit?

Mithilfe der Digigraphie kann ich meine Bilder zertifizieren. Denn im Vorfeld wird festgelegt, wie viele Drucke des Motivs es geben wird. Der Digigraphie-Stempel garantiert, dass es auch nur diese begrenzte Anzahl gibt und steht gleichzeitig für Qualität. Wird man Mitglied bei der Digigraphie, erhält man zu Beginn ein Paket, in dem alles enthalten ist: Vom Stempel über die Stanze bis hin zu den Papiersorten, die für die Digigraphie erlaubt sind. Ich drucke zum Beispiel mit dem Papier Hot Press Bright von Epson. Es hat eine sehr schöne Oberfläche und passt sehr gut zu meinen Bildern. Die Tinte von Epson hat eine hohe Lichtechtheit. Eine lange Haltbarkeit bei Tageslicht ist sogar garantiert.

Für mich ist die Digigraphie mehr als nur ein Garant für eine hohe, gleichbleibende Qualität. Es gibt auch ein Forum, dass den Austausch mit den anderen Digigraphie-Künstlern ermöglicht. Das ist ein schöner Aspekt.

Sie hatten in der Vergangenheit bereits ein paar Ausstellungen, wie sehen Ihre aktuellen Pläne aus? Welche Ausstellungen haben Sie geplant?

Ich habe zum Beispiel schon in den Räumen der Stadtwerke Düren und auch bei der Sparkasse Langerwehe ausgestellt. Im Rahmen der Digigraphie durfte ich zudem bereits zweimal in Zingst und einmal auf der Photokina ausstellen.

Meine nächste Ausstellung wird am 29. Juni in Nideggen, im sogenannten Dürener Tor, mit der Vernissage eröffnet und dann bis zum 22. Juli immer mittwochs von 14 Uhr, samstags und sonntags von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet sein. Hier können Interessierte sich meine Bilder ansehen. Die Ausstellung findet unter der Leitung des Kunst- und Museumsvereins Nideggen statt.

 

 

 

  

   

   

Epson bietet mit der Digigraphie ein Gütesiegel, das Künstlern, Galerien, Museen und Kunstsammlern Qualität und Sicherheit bei Kunstwerken garantiert. Digigraphie beschreibt dabei ein zertifiziertes Verfahren für den digitalen Kunstdruck. Digitale Werke wie z.B. Fotografien werden unter strengen einheitlichen Produktionsstandards in limitierter Auflage gedruckt und durch den Künstler legitimiert. Mit der Epson Digigraphie wird sichergestellt, dass Kunstwerke in naturgetreuer Qualität und mit einer Lebensdauer von bis zu 100 Jahren ausgegeben werden. Indem der Künstler jedem einzelnen Druck mit Hilfe eines speziellen Prägestempels ein Gütesiegel verleiht, ihn nummeriert, signiert und damit autorisiert, erhalten Kunstliebhaber die Gewissheit, dass es sich bei ihrem Kauf entweder um ein vom Künstler gefertigtes Werk oder um eine autorisierte Reproduktion auf höchstem Niveau handelt. Auf diese Weise lassen sich Plagiate ausschließen.

Das Digigraphie-Verfahren, hat sich seit der Einführung im Jahr 2003 zu einem weltweiten Qualitätsstandard entwickelt. Angeboten wird „Digigraphie by Epson“ mittlerweile in ausgewählten Laboren in über 40 Ländern.